Adblocker


Adblocker spielen mit einem Marktanteil im niedrigen einstelligen Bereich trotz stark steigenden mobiler Internetnutzung kaum eine Rolle. Trotzdem reagieren deutsche Verlage so allergisch auf entsprechende Software, dass sie, wie z.B. bild.de (siehe oben) Adblocker blockieren. Die Ankündigung Googles im kommenden Jahr den Browser Chrome standardmäßig mit einem Adblocker auszustatten wirkt in diesem Zusammenhang für Burda, Funke, Springer und Co. alles andere als beruhigend.

Dass das amerikanische Unternehmen, das selbst von Werbung lebt, sich aber kaum selbst ein Bein stellen wird, läßt die Sache dann doch in einem etwas anderen Licht erscheinen. Nicht Werbung im Allgemeinen soll blockiert werden, sondern nur solche Werbung, die nicht den Vorgaben der „Coalition for Better Ads“ entsprechen. Dabei soll es sich um solche „Ads“ handeln, die viele Nutzer und Nutzerinnen sowie ärgert, also Werbung, die „uns“ etwa mehrere Sekunden in Wartestellung hält, bevor ein Inhalt angezeigt wird, oder Videos, die automatisch starten, sobald eine Seite angeklickt wird.

Der im Moment noch unorganisierten Tendenz trotz relativ seltenen Vorkommens von Adblockern immer mehr Werbeeinblendungen mittels Adblockern zu unterdrücken würde Einhalt geboten. Nach Berechnungen des Bundesverband der digitale Wirtschaft stieg der Anteil der auf Desktop-PCs geblockten Werbeeinblendungen im ersten Quartal dieses Jahres auf 19,92 Prozent, einer Steigerung von mehr als 2% gegenüber dem Vorquartal.

Scheinen die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage bei Erwähnung des Begriffs „Adblocking“ also mit Schnappatmung zu reagieren, so bleibt  Google ganz ruhig und bereitet sich auf weitere „Landnahmen“ vor. Eine „Coalition for Better Ads“, die Vorgaben und Empfehlungen für Werbeeinblendungen macht, die dann noch umgesetzt werden in einem der beliebtesten Internetbrowser überhaupt, ist marktkonform und nicht einmal doof, denn Anzahl der Menschen, die sowieso immer mehr werbefreie Angebote suchen und nutzen, soll durch störende Werbung nicht noch erhöht werden. Denn leichte Zeiten stehen den Werbetreibenden nicht bevor.

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