Was ist eigentlich…Kaskaden-Kommunikation

In der Medienbeobachtung gehören wir zu einer Seite einer Medaille, deren andere Seite, so scheint es zumindest, oft deutlich komplexer und schwieriger zu meistern ist. Einige Begriffe deuten an, das die Kollegen es wahrlich nicht immer leicht haben. Da ist zum Beispiel der Begriff der Kaskaden-Kommunikation. Hiermit werden (unternehmensinterne) Mitteilungen bezeichnet, die von einer höheren Hierarchieebene auf den Weg gebracht werden und für Rezipienten tieferer Ebenen bestimmt sind: Veränderungen im Vorstand, Regelung der Betriebsferien, Hausordnungen, Beschlüsse von Betriebsversammlungen,… . Kaskade ist ein Begriff italienischen oder französichen Ursprungs und steht für „Wasserfall“. Dem Bild eines Wasserfalls folgend ist Kaskaden-Kommunikation ein streng vertikales Kommunikationssystem, das für Feedback nur sehr begrenzt geeignet ist. „Was ist eigentlich…Kaskaden-Kommunikation“ weiterlesen

Störerhaftung

Eine Angelegenheit, die mit der eigentlichen Medienbeobachtung weniger zu tun hat, ist die so genannte Störerhaftung. Brigitte Zypries, die Bundeswirtschaftsministerin der großen Koalition, ist, so die Nachrichtenagentur dts, auf die Fraktionsspitzen von Union und SPD zugegangen und hat nach etwa einem Jahr eine Einigung beim Thema Störerhaftung erzielt. Bisher mussten z.B. Hotels die persönlichen Daten der Nutzer und Nutzerinnen ihres kabellosen Internets abfragen und den Zugang per Passwort schützen, wollten sie der Haftung entgehen, die aus einem ungesetzlichen Gebrauch durch die Nutzerinnen und Nutzer folgte. Die Passwortabfrage wird im neuen Gesetz weiterhin möglich, sie ist aber nicht mehr zwangsläufig vorgeschrieben. „Mit der Abschaffung der Störerhaftung müssen WLAN-Betreiber nun nicht mehr befürchten, für die Vergehen von Nutzern und Nutzerinnen ihres Internetzugangs haftbar gemacht zu werden.“ Das Gesetz, das heute (30.06.2017) verabschiedet wurde, will dazu beitragen, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht mehr so weit hinten steht.

Schreib-Maschinen

46 Studenten der schwedischen Universität Karlstad (Link) wurden zwei Texte vorgelegt, die sie unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien miteinander vergleichen sollten. Text A wurde als informativer und vertrauenswürdiger, gleichzeitig aber auch als langweiliger und weniger gut lesbar eingestuft. Anschaulichkeit, Klarheit und Präzision wurden bei beiden Texten fast gleich bewertet. Was die Studenten und Studentinnen nicht wußten: Text A war von einem Algorithmus unter Nutzung verschiedener Textbausteine geschrieben worden und Text B von einem Journalisten. Zu ähnlichen Ergebnisse kommen Hille van der Kaa (Link) und Emiel Krahmer (Link) in den Niederlanden und eine Forschergruppe um den Münchner Wissenschaftler Andreas Graefe (Link).
Viele faktenorientierte Berichte aus Sport und Wirtschaft werden heute von Computern erstellt. Wie viele genau ist nicht bekannt. „Schreib-Maschinen“ weiterlesen

Twitter: Armin Wolf

Armin Wolf, Moderator der Nachrichtensendung ZIB2 und Chef der ORF-Fernsehinformationen über mediale Geschwindigkeiten:“Ich schau relativ wenig fern. Mir persönlich ist Fernsehen zu langsam. Man kann ja nur in dem Tempo schauen, in dem gesendet wird. Ich kann aber viel schneller lesen. … Wenn es ums Konsumieren ging, würde ich Twitter bevorzugen.“

Hasskommentare

Ende Mai diesen Jahres hat ein Berliner Amtsgericht eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie bei Facebook einen Beitrag geteilt hat, der die scheinbar harmlose Frage „Wie finden Sie Flüchtlinge?“ stellte. Dass unter dieser Frage mehrere menschenverachtende Kommentare standen, wollte die Frau nicht zur Kenntnis genommen haben, erhielt aber nichts desto trotz nun, nachdem ihre Seite gesperrt und ihre Wohnung durchsucht wurde, wegen Verbreitung von Hasskommentaren einen klaren Rüffel.

Adblocker


Adblocker spielen mit einem Marktanteil im niedrigen einstelligen Bereich trotz stark steigenden mobiler Internetnutzung kaum eine Rolle. Trotzdem reagieren deutsche Verlage so allergisch auf entsprechende Software, dass sie, wie z.B. bild.de (siehe oben) Adblocker blockieren. Die Ankündigung Googles im kommenden Jahr den Browser Chrome standardmäßig mit einem Adblocker auszustatten wirkt in diesem Zusammenhang für Burda, Funke, Springer und Co. alles andere als beruhigend.

„Adblocker“ weiterlesen

Narrative Science

Vor allem faktenorientierte Beiträge aus den Bereichen Sport und Wirtschaft werden heute oft nicht mehr von Journalisten geschrieben, sondern von Algorithmen unter Nutzung anspruchsvoll kombinierter Textbausteine generiert. Wie oft genau wir Texte lesen, als deren Autor nicht mehr Personen firmieren, ist nicht genau zu sagen.
Bei der Arbeit als Medienbeobachter spielt der Unterschied zwischen „synthetisch generierten“ und aus „menschlicher Feder“ stammender Texte keine Rolle, denn der Großteil unserer Arbeit bezieht sich auf Satzteile, Substantive und Sachzusammenhänge.

Akzeptanzmarkt

Kapital- oder Finanzmärkte sind dazu da, unternehmerisches Handeln zu ermöglichen. Ohne Zustimmung der Menschen zu den unternehmerischen Produkten, Dienstleistungen und/oder Produktionsweisen helfen die günstigsten Konditionen auf dem Kapitalmarkt nur wenig. Man kann daher auch von einem Akzeptanzmarkt sprechen, der für die Wertsicherung eines Unternehmens nicht unerheblich ist. Unternehmenskommunikation hat also mindestens eine doppelte Funktion. Sie muss Erwartungen und Ansprüche von Finanzmarktakteuren (Investor Relationsship: Aktionäre, Analysten) ebenso berücksichtigen wie Erwartungen und Ansprüche der öffentlicher Multiplikatoren (Pressearbeit, PR, Lobbying: Medien, Politik).

Was ist eigentlich: ein Mediabarter

Nein, kein Schreibfehler. Nicht Berater, sondern Barter: Mediabarter.
Diese Berufsbezeichnung hat sprachlich einen angelsächsischen Ursprung („bartering“) und erlebte ökonomisch in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine Hochphase.

Viele nordamerikanische Unternehmen, die während des Kriegs für das Militär produzierten, mussten ihre Produktion auf zivile Güter umstellen. Dabei entstannt ein ungeheurer Kapitaldruck in dem Sinn, dass Produkte nicht mehr nur überflüssig waren, also nicht mehr verkauft werden konnten, sondern zusätzlich auch Kosten z.B. durch Lagerung verursachten. Das Geld, mit dem die Unternehmer auf ihre neuen Produkte hätten aufmerksam machen können, war dadurch gebunden.

Beim Bartering oder Barter-Clearing sucht man diese Engpässe bargeldlos mit so genannten Handelsgutschriften (credits) zu verrechnen. Diese Geschäfte werden im Gegensatz zum traditionellen Tausch nicht bilateral, sondern innerhalb eines Pools von Unternehmen abgewickelt. Nimmt der Kunde A dem Unternehmen B eine bestimmte Menge eines Produktes ab, so bezahlt der Kunde A nicht mit Geld, sondern mit „credits“; und mit diesen „credits“ kann das Unternehmen B, sofern ein entsprechendes Medienunternehmen im Pool vorhanden ist, nun bargeldlos bei diesem Medienunternehmen Werbe-Flächen und -Zeiten „tauschen“, um die Vermarktung seiner neuer Produkte anzuschieben, ohne dabei die geldlichen Mittel zu belasten.

Neben dem multilateralen Batering finder man auch Tauschmodelle, die, wie ein Insider es ausdrückt „aus Gründen der Transparenz“ bilateralen Charakter haben und im Bereich der Medien Waren direkt gegen Werbung tauschen.

„Was ist eigentlich: ein Mediabarter“ weiterlesen

Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR

In einem Interview mit der in Berlin erscheinenden taz-die tageszeitung sagt Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, dass oft die Marketingabteilungen in den Unternehmen sich den Social-Media-Quellen annähmen und deren Inhalte bestimmen. Dadurch, so Frühbrodt, wirkten diese Inhalte „häufig sehr emotional“ und zu unjournalistisch. „Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR“ weiterlesen