Kundendaten

Seit der Gründung im Jahr 1997 steht in unseren AGBs, dass wir mit den Namen unserer Kunden keine Werbung machen.

Dabei ist unser Gewerbe weit davon entfernt, anrüchig zu sein. Wir würden wahrscheinlich auch keine Interna ausplaudern, erwähnten wir, dass eine bekannte Firma uns zu ihrem Medienbeobachter gemacht hat. Und, ehrlich gesagt, manche Akquise wäre vielleicht etwas leichter, wenn wir dem Interessierten sagen könnten, dass wir auch für die und die Firma arbeiten.

Aber was würde diese Art der Werbung eigentlich bedeuten? Nicht viel, da ja zum Beispiel über das Dienstleistungsverhältnis nichts ausgesagt würde. Ist der Kunde, dessen Name man nennt, zufrieden? Ist er vielleicht erst seit Kurzem Kunde oder hat er vielleicht schon gekündigt?
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„Polizeischutz und Medienbeobachtung“

Als Medienbeobachter ist man daran gewöhnt, sein eigenes Metier als Medienbeobachtung zu bezeichnen. Zu der Tätigkeit, zu der man früher Ausschnittdienst oder gar Schnipseldienst gesagt hat, sagt man heute Medienbeobachtung oder Media Monitoring. Man denkt eigentlich, dass man weiß, wovon man redet. Eigentlich. Denn manchmal stößt man auf diesen Begriff und staunt, dass er auch ganz anders verwendet wird und semantisch, also von der Bedeutung her, so fern vom unrühmlichen Paparazzi gar nicht entfernt ist. So verwendet die Frankfurter Neuen Presse Ende April dieses Jahres unter der Überschrift „Spektakel in Oggersheim“ einen kurzen Text, in dem das Treffen des Altbundeskanzlers Helmut Kohl mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban kommentiert wird. Der Autorin dieses Kommentars, Cornelie Barthelme, geht es dabei vor allem um den Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenhang mit dem besagten Treffen. Zuerst, so schreibt Fr. Barthelme, sei es die Bild-Zeitung gewesen, in der das private Treffen „Wochen zuvor kundgetan wurde“. Dann sei „zwei Tage vorab unter dem Namen des Hausherrn (gemeint ist der Altbundeskanzler; m.Anm.) ein Text in einer seriösen Berliner Zeitung“ erschienen. Und dann sei es zu dem Treffen gekommen: „unter Polizeischutz und Medienbeobachtung“.

Der Begriff der Medienbeobachtung wird hier also sozusagen umgedreht. Nicht ein Dienstleister beobachtet hier die Medien, sondern die Medien selbst – bzw. die für die verschiedenen Publikationen tätigen Journalisten – beobachten erst noch ein Ereignis. Der Kreis schließt sich aber dadurch, dass das die Zusammenstellung des medialen Echos dieses Ereignisses in den Medien wiederum eine Aufgabe für den Medienbeobachter ist.

Und es ist nur normal, dass der Altbundeskanzler seinem Freund ein paar Tage nach dem Treffen eine Pressemappe mit den Ausschnitten und Veröffentlichungsnachweisen zukommen läßt, in denen das „Spektakel in Oggersheim“ Erwähnung fand.

Medienbeobachtung mit Gänsefüßchen

Medienbeobachtung der besonderen Art wird von der IVW (http://www.ivw.eu) durchgeführt. Die IVW ist die „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“. Sie ist ein gemeinnütziger Verein und als solcher eingetragen im Berliner Vereinsregister. Während wir normalen Medienbeobachter (beinahe) den gesamten Inhalt einer Publikation „verarbeiten“, beschränkt sich die IVW auf – man verzeihe mir diese Verkürzung – „Äußerlichkeiten“ und trifft Aussagen über Auflagenzahlen und Reichweiten sowie deren Entwicklung. 

So hieß es in der letzten Pressemitteilung dieser „Medienbeobachter“ zum Beispiel, dass die Verkaufsauflage von Tageszeitungen des dritten Quartals im Vergleich zum Vorjahr um ganze 4,8 Prozent gesunken sei, eine Tendenz, die auch im Bereich der Publikumszeitschriften beobachtbar ist, obwohl in den letzten drei Monaten dank der besseren Einzelverkäufe ein leichtes Auflagen-Plus festgestellt werden konnte. Auch Fachpresse und Kundenzeitschriften, so die IVW, verzeichneten ein Minus, wenn auch mit 2 Prozent ein geringeres. Dass die Süddeutsche Zeitung ihre Samstagsausgabe vollständig überarbeitet hat und sie nun als Wochenendausgabe anbietet, liegt auch daran, dass die unter der Kategorie Wochenzeitung laufenden Publikationen, die einzigen Printmedien sind, die im Jahresvergleich einen steigenden Gesamtverkauf registriert haben. 

Die Auflagenzahlen des dritten Quartals, gegliedert nach Medientypen können als PDF hier eingesehen werden: http://daten.ivw.eu/download/pdf/IVW_Statistik_Auflagen_20143.pdf Hier finden sich auch die sehr interessanten Zahlen zur Entwicklung des ePapers.