Adblocker


Adblocker spielen mit einem Marktanteil im niedrigen einstelligen Bereich trotz stark steigenden mobiler Internetnutzung kaum eine Rolle. Trotzdem reagieren deutsche Verlage so allergisch auf entsprechende Software, dass sie, wie z.B. bild.de (siehe oben) Adblocker blockieren. Die Ankündigung Googles im kommenden Jahr den Browser Chrome standardmäßig mit einem Adblocker auszustatten wirkt in diesem Zusammenhang für Burda, Funke, Springer und Co. alles andere als beruhigend.

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Narrative Science

Vor allem faktenorientierte Beiträge aus den Bereichen Sport und Wirtschaft werden heute oft nicht mehr von Journalisten geschrieben, sondern von Algorithmen unter Nutzung anspruchsvoll kombinierter Textbausteine generiert. Wie oft genau wir Texte lesen, als deren Autor nicht mehr Personen firmieren, ist nicht genau zu sagen.
Bei der Arbeit als Medienbeobachter spielt der Unterschied zwischen „synthetisch generierten“ und aus „menschlicher Feder“ stammender Texte keine Rolle, denn der Großteil unserer Arbeit bezieht sich auf Satzteile, Substantive und Sachzusammenhänge.

Akzeptanzmarkt

Kapital- oder Finanzmärkte sind dazu da, unternehmerisches Handeln zu ermöglichen. Ohne Zustimmung der Menschen zu den unternehmerischen Produkten, Dienstleistungen und/oder Produktionsweisen helfen die günstigsten Konditionen auf dem Kapitalmarkt nur wenig. Man kann daher auch von einem Akzeptanzmarkt sprechen, der für die Wertsicherung eines Unternehmens nicht unerheblich ist. Unternehmenskommunikation hat also mindestens eine doppelte Funktion. Sie muss Erwartungen und Ansprüche von Finanzmarktakteuren (Investor Relationsship: Aktionäre, Analysten) ebenso berücksichtigen wie Erwartungen und Ansprüche der öffentlicher Multiplikatoren (Pressearbeit, PR, Lobbying: Medien, Politik).

Was ist eigentlich: ein Mediabarter

Nein, kein Schreibfehler. Nicht Berater, sondern Barter: Mediabarter.
Diese Berufsbezeichnung hat sprachlich einen angelsächsischen Ursprung („bartering“) und erlebte ökonomisch in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine Hochphase.

Viele nordamerikanische Unternehmen, die während des Kriegs für das Militär produzierten, mussten ihre Produktion auf zivile Güter umstellen. Dabei entstannt ein ungeheurer Kapitaldruck in dem Sinn, dass Produkte nicht mehr nur überflüssig waren, also nicht mehr verkauft werden konnten, sondern zusätzlich auch Kosten z.B. durch Lagerung verursachten. Das Geld, mit dem die Unternehmer auf ihre neuen Produkte hätten aufmerksam machen können, war dadurch gebunden.

Beim Bartering oder Barter-Clearing sucht man diese Engpässe bargeldlos mit so genannten Handelsgutschriften (credits) zu verrechnen. Diese Geschäfte werden im Gegensatz zum traditionellen Tausch nicht bilateral, sondern innerhalb eines Pools von Unternehmen abgewickelt. Nimmt der Kunde A dem Unternehmen B eine bestimmte Menge eines Produktes ab, so bezahlt der Kunde A nicht mit Geld, sondern mit „credits“; und mit diesen „credits“ kann das Unternehmen B, sofern ein entsprechendes Medienunternehmen im Pool vorhanden ist, nun bargeldlos bei diesem Medienunternehmen Werbe-Flächen und -Zeiten „tauschen“, um die Vermarktung seiner neuer Produkte anzuschieben, ohne dabei die geldlichen Mittel zu belasten.

Neben dem multilateralen Batering finder man auch Tauschmodelle, die, wie ein Insider es ausdrückt „aus Gründen der Transparenz“ bilateralen Charakter haben und im Bereich der Medien Waren direkt gegen Werbung tauschen.

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Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR

In einem Interview mit der in Berlin erscheinenden taz-die tageszeitung sagt Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, dass oft die Marketingabteilungen in den Unternehmen sich den Social-Media-Quellen annähmen und deren Inhalte bestimmen. Dadurch, so Frühbrodt, wirkten diese Inhalte „häufig sehr emotional“ und zu unjournalistisch. „Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR“ weiterlesen

Reichweitenanalyse


Das „Gesetz des inversen Abstandsquadrates“ spielt bei der Reichweitenanalyse, die ein Medienbeobachter wie wir einer sind, nur dann eine Rolle, wenn man die Möglichkeit extraterrestischen TV- und Hörfunkempfangs untersuchen möchte und wissen will wer, wann und wo Sendungen terrestrischen Ursprungs empfängt. Bei dieser Art der Reichweitenanalyse spielt der Umstand eine grundlegende Rolle, dass entsprechende Signale nicht gezielt von einem Punkt zu einem anderen linear übertragen werden, sondern sich, wie es bei traditionellen TV- und Radiosendern üblich ist, nach allen Seiten also kugelförmig ausbreiten. „Reichweitenanalyse“ weiterlesen

Was ist eigentlich: Influencer Marketing


Beim Influencer-Marketing nutzen Unternehmen die Reputation von reichweitenstarken Meinungsmachern, um Kommunikations- und Markenziele zu erreichen. In der Regel zielt Influencer-Marketing auf Abverkauf, Bekanntheit oder eine Verbesserung des Images einer Marke ab. Influencer machen eine Marke oder ein Produkt zum Gesprächsgegenstand, empfehlen dies ihrer Zielgruppe weiter und kreieren passende Inhalte zu den präsentierten Marken. (siehe auch wikipedia). In einem Artikel der Internet World Business heißt es Mitte 2015, dass von den 15,9 Millionen Online-Nutzern in den „Sozialen Medien“, die regelmäßig Produkte bewerten, 30 Prozent Influencer seien und somit „einen Einfluss auf andere Nutzer ausüben“. Dabei seien drei Typen von Influencern zu unterscheiden: Brand-Lovers (27%), die gerne anderen Nutzern helfen und ihr Unternehmen unterstützen; Brand-Critics (24%), die durch ihre Äußerungen bestimmte Reaktionen erzeugen. Als Mavens (23%) wird die Gruppe mit dem vermeintlich größten Einfluss bezeichnet, da ihre Kritik verknüpft ist mit einer positiven Grundeinstellung zu ihrer Marke. (siehe auch Alain Veuve)

Wilder Schwarzfahrer

Am ersten Märzwochenende wird eine Frau abends gegen halb acht in einem Polizeirevier in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg vorstellig, um einen Wildunfall zu melden. Als die Polizisten das Auto der Dame untersuchen, finden sie zwischen Stoßstange und Frontgitter einen Hasen, der sie mit großen Augen etwas verängstigt, aber quicklebendig ansieht. Also kein Wildunfall seitens der Frau, sondern Schwarzfahren seitens des Hasen (der anschließend zum Unfallort zurückgebracht wurde, um ihn ohne Auflage frei zu lassen).