Geburten in Bielefeld

Geburtsanzeigen in Tageszeitungen können, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, unter Überschriften veröffentlicht werden, mit denen der Lektor bei seiner Arbeit als Medienbeobachter nicht unbedingt rechnet. So kommt es vor, dass die in der Nähe von Münster erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung die entsprechenden Anzeigen schon mal in der Rubrik „An- und Verkauf“ platziert. Unklar ist, ob es sich dabei um ein Versehen handelt und wer das mögliche Versehen zu verantworten hat. Andererseits könnte es sich, denkt der Lektor in seiner Freizeit, auch um eine Art Weltanschauung handeln.
Ganz anders das in Ostwestfalen – also im östlichen Teil von Nordrhein-Westfalen – erscheinende Westfalen-Blatt. Hier findet man die Geburten des Monats August unter der lokalpatriotischen Überschrift: „Willkommen in Bielefeld“. Ganz im Sinn von Udo Lindenberg, der da sang, „und sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld„.

 

Geburtsanzeigen

Bei der Auswertung von Zeitungen kann man vielerlei zusammentragen. Zum Beispiel Geburtsanzeigen. Man findet sie in aller Regel in der Rubrik “Anzeigen”, aber auch in “Lokales”, “Bekanntmachungen” oder “Sonderveröffentlichungen”. In beinahe poetischer Weise hat die in Niedersachsen erscheinende “Goslarsche Zeitung” ihre Geburtsanzeigen in der vergangenen Woche in der Rubrik “Antworten” veröffentlicht. Mitunter kommt es bei der Zuordnung von Geburtsanzeigen in die Rubrik einer Tageszeitung auch zu Notlösungen: wenn nirgendwo mehr Platz ist, dann können die besagten Bekanntmachungen auch schon mal unter “Fernsehen” veröffentlicht werden. Das war zum Beispiel der Fall bei den Oldenburger Nachrichten vom 10.Juni des vergangenen Jahres. Nun gut, wenn dann in anderen Rubriken kein Platz mehr ist, dann sollte man vielleicht besser eine neue Rubrik erfinden, statt, wie die Ibbenbührener Volkszeitung vom 25. August 2014, Geburtsanzeigen in der Rubrik “An- und Verkauf” zu platzieren. Auch wenn der Billerbecker Anzeiger vom 4. Juli 2014, die Northeimer Neuesten Nachrichten vom 12. April 2014 und die Gronauer Nachrichten vom selben Tag es – um nur einige zu nennen – genauso machen, ein bisschen sehr daneben ist es schon, oder?