So etwas wie ein Detektiv

Delmore Schwartz

James Atlas war nicht irgendjemand. Ein Freud sprach von ihm. Er sagte, Atlas sei so etwas wie ein Detektiv. Und seine Geschichte würde mich interessieren. Was bedeutet „so etwas wie ein Detektiv?“, wollte ich wissen. Ah, nichts, sagte Antonio, schaute auf seine Uhr, und ließ mich stehen. Er hatte so eine seltsame Art sich zu verabschieden, wenn man es überhaupt „verabschieden“ nennen kann.

Ich versuchte herauszubekommen, wer dieser James Atlas war und kam irgendwie nicht weiter. Immer wieder stolperte ich über einen zweiten Namen, der in Zusammenhang mit James Atlas auftauchte. Mr. Schwartz, Mr. Delmore Schwartz. Geboren 1913 in Brooklyn und auch dort verstorben. Mit 53 Jahren? In einem Hotel? An einem Herzschlag? Seltsam, dachte ich. Und natürlich dachte ich auch an Antonios Worte, dass Atlas so etwas wie ein Detektiv sei. „So etwas wie ein Detektiv…“, ich musste schmunzeln. Wenn er kein Detektiv war, musste Atlas ein Bulle sein. Mir war es egal. Aber warum sollte mich seine Geschichte interessieren? „So etwas wie ein Detektiv“ weiterlesen

Fußballkommunikation

Öffentlichkeitsarbeiter verdienen ihr Geld schon etwas länger nicht nur mit Unternehmen und deren Produkten. Politische Parteien und Politiker sind in diesem Bereich schon länger unterwegs. Und mittlerweile sind Profis der Fußball-Bundesliga ohne Kommunikationsfachleute gar nicht mehr vorstellbar. Während Weltfussballer wie Neymar, Messi und Ronaldo zur Pflege ihres Image ganze Firmen beschäftigen, geht es im Zusammenhang mit Tranfers, Beschäftigungen im Anschluss an die Karriere und Werbeverträgen bei hiesigen Kickern auch noch eine Nummer kleiner.
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Geburten in Bielefeld

Innerhalb eines Medienbeobachtungs-Auftrags kann man nach vielem Suchen, auch nach standesamtlichen Veröffentlichungen wie zum Beispiel Geburtsanzeigen. Geburtsanzeigen in Tageszeitungen können, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, unter Überschriften veröffentlicht werden, mit denen der Lektor bei seiner Arbeit als Medienbeobachter nicht unbedingt rechnet. So kommt es vor, dass die in der Nähe von Münster erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung die entsprechenden Anzeigen schon mal in der Rubrik „An- und Verkauf“ platziert. Unklar ist, ob es sich dabei um ein Versehen handelt und wer das mögliche Versehen zu verantworten hat. Andererseits könnte es sich, denkt der Lektor in seiner Freizeit, auch um eine Art Weltanschauung handeln.
Ganz anders das in Ostwestfalen – also im östlichen Teil von Nordrhein-Westfalen – erscheinende Westfalen-Blatt. Hier findet man die Geburten des Monats August unter der lokalpatriotischen Überschrift: „Willkommen in Bielefeld“. Ganz im Sinn von Udo Lindenberg, der da sang, „und sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld„.

 

Was ist eigentlich…Kaskaden-Kommunikation

In der Medienbeobachtung gehören wir zu einer Seite einer Medaille, deren andere Seite, so scheint es zumindest, oft deutlich komplexer und schwieriger zu meistern ist. Einige Begriffe deuten an, das die Kollegen es wahrlich nicht immer leicht haben. Da ist zum Beispiel der Begriff der Kaskaden-Kommunikation. Hiermit werden (unternehmensinterne) Mitteilungen bezeichnet, die von einer höheren Hierarchieebene auf den Weg gebracht werden und für Rezipienten tieferer Ebenen bestimmt sind: Veränderungen im Vorstand, Regelung der Betriebsferien, Hausordnungen, Beschlüsse von Betriebsversammlungen,… . Kaskade ist ein Begriff italienischen oder französichen Ursprungs und steht für „Wasserfall“. Dem Bild eines Wasserfalls folgend ist Kaskaden-Kommunikation ein streng vertikales Kommunikationssystem, das für Feedback nur sehr begrenzt geeignet ist. „Was ist eigentlich…Kaskaden-Kommunikation“ weiterlesen

Narrative Science

Vor allem faktenorientierte Beiträge aus den Bereichen Sport und Wirtschaft werden heute oft nicht mehr von Journalisten geschrieben, sondern von Algorithmen unter Nutzung anspruchsvoll kombinierter Textbausteine generiert. Wie oft genau wir Texte lesen, als deren Autor nicht mehr Personen firmieren, ist nicht genau zu sagen.
Bei der Arbeit als Medienbeobachter spielt der Unterschied zwischen „synthetisch generierten“ und aus „menschlicher Feder“ stammender Texte keine Rolle, denn der Großteil unserer Arbeit bezieht sich auf Satzteile, Substantive und Sachzusammenhänge.

Reichweitenanalyse


Das „Gesetz des inversen Abstandsquadrates“ spielt bei der Reichweitenanalyse, die ein Medienbeobachter wie wir einer sind, nur dann eine Rolle, wenn man die Möglichkeit extraterrestischen TV- und Hörfunkempfangs untersuchen möchte und wissen will wer, wann und wo Sendungen terrestrischen Ursprungs empfängt. Bei dieser Art der Reichweitenanalyse spielt der Umstand eine grundlegende Rolle, dass entsprechende Signale nicht gezielt von einem Punkt zu einem anderen linear übertragen werden, sondern sich, wie es bei traditionellen TV- und Radiosendern üblich ist, nach allen Seiten also kugelförmig ausbreiten. „Reichweitenanalyse“ weiterlesen

Gegen die Schreibrichtung

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage tun sich etwas schwer mit einer moderneren Sichtweise von Medienbeobachtung. Das Schlagwort des „papierlosen Büros“ ist ja nun schon etwas älter, aber Belegexemplare aus Zeitungen und Zeitschriften müssen, soweit keine entsprechenden Lizenzen vorliegen, vom Medienbeobachter immer noch per Post zugestellt werden – anders zum Beispiel als in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Italien, …. . 
Kurioserweise ist es dabei oft so, dass die Einrichtungen, die uns mit einer Medienbeobachtung beauftragen, auch die Stellen sind, die, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Entstehung entsprechenden Texte mitgearbeitet oder diese sogar vollständig geschrieben haben. Dass es für uns als Medienbeobachtungsdienst Arbeit macht, entsprechende Texte in Print- und Onlinepublikationen ausfindig zu machen, ist dem Kunden gut zu vermitteln, dass er aber für die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Zeitungs- oder Zeitschriften-Redaktionen noch besondere Abgaben – Lizenzen – zahlen soll, nur weil er seinen Veröffentlichungsbeleg per E-Mail zugesendet haben möchte, geht ihm verständlicherweise mitunter etwas „gegen die Schreibrichtung“ – soll heißen gegen den Strich.

Arbeit

Niemand wollte glauben, dass die Arbeit eines Medienbeobachters von Lektoren und Lektorinnen gemacht wird. Uns blieb also nichts anderes übrig als mit versteckter Kamera den Beweis anzutreten. Sehen Sie selbst:

„Nomen non est Omen“

Namen von Zeitungen spielen bei der Medienbeobachtung eigentlich keine Rolle. Das würde nur verwirren. So ist der „Trierische Volksfreund“ schon wegen des leicht zu übersehenden zweiten Buchstabens kein Veröffentlichungsblatt für Veterinärmediziner. Auch ist „Der Patriot“ kein Kampfblatt der Ewiggestrigen, sondern als „Lippstädter Zeitung“ nur eine Unterausgabe des Westfälischen Anzeigers. Und das „Jeversche WOCHENblatt“ ist kein wöchentlich erscheinendes Medium, sondern eine Tageszeitung. „„Nomen non est Omen““ weiterlesen

Lie to me

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Die Rolle, die Tim Roth in der bei Vox derzeit laufenden Serie spielt, ist dem amerikanischen Psychologen und Anthropologen Dr. Paul Ekman nachempfunden, dessen Spezialgebiete die nonverbale Kommunikation und vor allem die Mikroexpressionen sind. In der Serie mit dem Titel „Lie to me“ ist Tim Roth Carl Lightman, der Chef der Lightning Group und als solcher Berater des FBI. Im ersten Kapitel dieses Herbstes geht es um einen brutalen Typen, der seine Opfer mit Säure verletzt, aber im Gefängnis matt gesetzt wurde. Das Problem ist ein Nachahmer, den die Polizei nun sucht. Es gibt eine Spur und einen Verdächtigen, den ein etwas impulsiver Sergeant namens Ben Reynolds gespielt von Mekhi Phifer, im Beisein des Psychologen Lightman nun verhört. „Lie to me“ weiterlesen