Oberstorch

An anderer Stelle habe ich aus der medienbeobachtenden Praxis plaudernd, bereits über die seltsamen Rubriken geschrieben, in denen mitunter Geburtsanzeigen in Tageszeitungen auftauchen. Den Vogel abgeschossen hatte dabei die im nordrheinwestfälischen Münsterland erscheinende „Ibbenbürener Volkszeitung„, die die entsprechenden Familienanzeigen mitunter in der Rubrik „An- und Verkauf“ veröffentlicht. Grad eben „flattern“ mir einige vom Standesamt veröffentlichte Geburtsanzeigen auf den Tisch, die die im niedersächsischen Aurich erscheinenden „Ostfriesischen Nachrichten“ in der Rubrik „Serie“ publiziert hat. Die (imaginäre) Reaktion: man kann als zuständiger Oberstorch, will sagen „Chef vom Dienst“, wirklich nicht überall sein.

Geburten in Bielefeld

Innerhalb eines Medienbeobachtungs-Auftrags kann man nach vielem Suchen, auch nach standesamtlichen Veröffentlichungen wie zum Beispiel Geburtsanzeigen. Geburtsanzeigen in Tageszeitungen können, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, unter Überschriften veröffentlicht werden, mit denen der Lektor bei seiner Arbeit als Medienbeobachter nicht unbedingt rechnet. So kommt es vor, dass die in der Nähe von Münster erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung die entsprechenden Anzeigen schon mal in der Rubrik „An- und Verkauf“ platziert. Unklar ist, ob es sich dabei um ein Versehen handelt und wer das mögliche Versehen zu verantworten hat. Andererseits könnte es sich, denkt der Lektor in seiner Freizeit, auch um eine Art Weltanschauung handeln.
Ganz anders das in Ostwestfalen – also im östlichen Teil von Nordrhein-Westfalen – erscheinende Westfalen-Blatt. Hier findet man die Geburten des Monats August unter der lokalpatriotischen Überschrift: „Willkommen in Bielefeld“. Ganz im Sinn von Udo Lindenberg, der da sang, „und sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld„.