Werkzeuge: Guillotine

Wozu benötigt man bei der Medienbeobachtung eine Guillotine? Wenn man weiß, dass bei der Arbeit im Lektorat sehr viel Papier verarbeitet wird, ist die Antwort so überraschend nicht. Denn die Guillotine ist bei uns eine Papierschneidemaschine, mit der wir Zeitungen und Zeitschriften so auseinander schneiden, dass jedes Blatt mit seiner Vorder- und Rückseite einzeln bearbeitet werden kann. Denn im Lektorat wird eine Seite nach der Lektüre nicht nach links geblättert, sondern hochgehoben, umgedreht und zur Lektüre der nächsten Seite auf den (Blatt-)Stapel abgelegt, wo die Seite auch vorher lag. Das spart Platz und hält die Entfernung zwischen dem lesenden Auge und dem zu lesenden Text konstant.

Die Zeitung. Ein Nachruf?

Heute morgen, als ich mit etwas Kopfschmerzen in mein Büro komme, finde ich ein Kärtchen auf meinem Schreibtisch, das aussieht wie von „2001“, einem früher recht bekannten Versandhändler. Auf dem Kärtchen ein gelbes Post-it mit der Aufschrift „Interesse?“ und ein Pfeil, der auf einen Text zu einem Buch verweist, dessen Autor Michael Fleischhacker und dessen Titel lautet: „Die Zeitung. Ein Nachruf.“ Das Buch soll einmal fast 20 EUR gekostet haben und wird nun für nicht einmal mehr 2 EUR angeboten. Ich frage mich, ist das Buch ein Nachruf auf die Zeitung oder der Werbetext des Versandhändlers ein Nachruf auf das besagte Buch.
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Gegen die Schreibrichtung

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage tun sich etwas schwer mit einer moderneren Sichtweise von Medienbeobachtung. Das Schlagwort des „papierlosen Büros“ ist ja nun schon etwas älter, aber Belegexemplare aus Zeitungen und Zeitschriften müssen, soweit keine entsprechenden Lizenzen vorliegen, vom Medienbeobachter immer noch per Post zugestellt werden – anders zum Beispiel als in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Italien, …. . 
Kurioserweise ist es dabei oft so, dass die Einrichtungen, die uns mit einer Medienbeobachtung beauftragen, auch die Stellen sind, die, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Entstehung entsprechenden Texte mitgearbeitet oder diese sogar vollständig geschrieben haben. Dass es für uns als Medienbeobachtungsdienst Arbeit macht, entsprechende Texte in Print- und Onlinepublikationen ausfindig zu machen, ist dem Kunden gut zu vermitteln, dass er aber für die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Zeitungs- oder Zeitschriften-Redaktionen noch besondere Abgaben – Lizenzen – zahlen soll, nur weil er seinen Veröffentlichungsbeleg per E-Mail zugesendet haben möchte, geht ihm verständlicherweise mitunter etwas „gegen die Schreibrichtung“ – soll heißen gegen den Strich.

Wo Nachrichten

Heute ist eine Zeitung ein Druckerzeugnis, mit dem sich nicht nur Ausschnittdienste wie wir befassen. Im Gegensatz zur Zeitschrift ist die Zeitung eher der Aktualität verpflichtet. Das, was man heute unter dem Wort „Zeitung“ versteht, hat sich aber erst im Laufe des 18. Jahrhunderts herausgebildet. Ursprünglich meinte das Wort, mit dem wir heute ein bestimmtes Presseorgan bezeichnen, eine beliebigte Nachricht. Seit der Zeit um 1300 ist zīdunge „Botschaft, Nachricht“ belegt, das auf mittelniederdeutsch/mittelniederländisch tīdinge „Nachricht“ zurückgeht im Sinne von „wo nach richten“. Ein Druck von Nachrichten erscheint, so das „Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache“, erstmals 1502 mit dem Titel „Newe zeytung“ in Augsburg; Zeitungen im heutigen Sinne gibt es seit dem 17. Jahrhundert.
newe_zeytung

Zeitung, facebook, twitter

Wenn eine gute Zeitung wie ein gutes Restaurant ist, dann ist Facebook wie ein Fastfood-Lokal oder eine Dönerbude und Twitter wie der Weinfleck, die Krümmel auf dem Tischtuch oder die benutzte Serviette.

Kuh

Das Mühlacker Tagblatt vom 9.3.2012 berichtet, dass eine wohlhabende Leserin der Zeitung eine Kuh namens Hermine, die einem Metzger kurz vor der Schlachtung ausgerissen war, kaufen wollte, um sie „aufgrund ihres ausgeprägten Lebenswillens … bis zu ihrem natürlichen Ende durchzufüttern“. Der Bauernfamilie – Eigentümerin der Kuh – mehreren Polizisten, einer Tierärztin und verschiedenen Mitarbeitern des städtischen Bauhofs war es zwei Stunden lang“ nicht gelungen, das Tier einzufangen. Mittlerweile steht Hermine wieder zu Hause im Stall und scheint glücklich und zufrieden, während der Bauer aufgrund der in „schweren Gummistiefeln durchgeführten Hetzjagd“ noch 3 Tage über Muskelkater klagte. Unbekannt ist, ob das Übernahmeangebot der „wohlhabende Leserin“ bezüglich Hermine erfolgreich war.

Die Heiteren

Das von Leonardo da Vinci gemalte Bild, das in Deutschland unter dem Namen Mona Lisa bekannt ist, hängt im Louvre. Das ist bekannt. Etwas weniger bekannt ist, dass das Bild z.B in Italien und Spanien „La Gioconda“ (die Heitere) heißt. Noch etwas weniger bekannt ist, dass im spanischen Prado ein Bild hängt, das ebenfalls diesen Namen trägt und (wahrscheinlich) dieselbe Frau abbildet. Die spanische Zeitung El Pais meldet heute, dass die Autorenschaft der „spanischen“ Gioconda geklärt werden konnte. Das Bild entstand zur selben Zeit wie die Mona Lisa, stammt aber entweder von Andrea Salai oder von Francesco Melzi. Folgt man der englischen Ausgabe von Wikipedia, so ist der richtige Name von Andrea Salai Gian Giacomo Caprotti da Oreno. Als Leonardo da Vinci 1524 stirbt erbt Gian Giacomo Caprotti da Oreno, der auch als Geliebter Leonardos betrachtet wird, die Mona Lisa.