Kontext-Lese-Modus

Es gibt bei der Beauftragung einer Medienbeobachtung eine Reihe von Maßnahmen, die man ergreifen kann, um die Art der Ergebnisse so zu gestalten, dass der Dienstleister, also mediatpress®, nur die Papierausschnitte und Internethinweise liefert, die aufgrund ihrer Relevanz von Interesse sind. Eine dieser von uns angebotenen Maßnahmen ist der Kontext-Lese-Modus. Hiermit können die Kunden bestimmen, ob jede, aber auch wirklich jede Nennung als Treffer gelten und geliefert werden soll. Oder ob es eines kleineren oder größeren, sinnverwandten Kontextes bedarf. Sehr oft wird der “kleine Kontext” für die Kunden eingerichtet, bei dem zusätzlich zur Nennung zwei oder drei sinnverwandte Sätze fallen müssen, damit ein Treffer zustande kommt. Aufzählungen, die auch als beiläufige Nennungen bezeichnet werden und nur geringe Aussagekraft besitzen, werden dadurch ausgeschlossen und belasten das Budget nicht. Der Kontext-Lese-Modus kostet übrigens nichts.

Pressearbeit: So macht es Hr. H.

Nebel

Herr H. ist der wichtigste Vertreter einer Unternehmerorganisation. Er hat viel Erfahrung, hat die Pensionsgrenze schon vor “einigen” Jahren hinter sich gelassen und bemerkt in jüngster Zeit verstärkt, dass er kürzer treten muss. Dass er immernoch auftreten kann, hat er nun kürzlich wieder in einer großen Pressekampagne unter Beweis gestellt. Der in der Region wichtigsten Tageszeitung stellt er sich zu einem Interview, dessen wichtigste Inhalte auf der ersten Seite in Form eines mehrspaltigen Berichts wiedergegeben werden. Herr H. weiß wie Pressearbeit geht. Er hat die Erfahrung. Sein Bericht beginnt deshalb mit der Feststellung, dass alleine die von seiner Organisation vertretenen Unternehmen zwischen 2007 und 2016 41% der Jobs geschaffen haben.

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Schwarze Löcher, Fotografie und Medienbeobachtung

Vor wenigen Tagen bemühten sich die Astronomen des Event-Horizon-Telescope-Kollaboration um Aufmerksamkeit. Das Ereignis: sie hatten ein “Schwarzes Loch” fotografiert, das, wie jedes Ungetüm dieser Kategorie, in einer unvorstellbaren Entfernung von der Erde, mit einem unvorstellbaren Gewicht, im Weltraum sein Unwesen in dem Sinne treibt, dass dieses “Ding” alle in seiner Umgebung befindliche Materie wie ein Industriestaubsauger aufsaugt, den man in ein Aquarium hält.

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Aua!

Es ist vor allem der Printbereich, wo Medienbeobachtung nicht ganz ungefährlich ist. Denn nachdem im Lektorat ein Treffer “gebucht” also gefunden und markiert wurde, wird er, um die Arbeit der Männer und Frauen im Lektorat nicht aus dem Fluß zu bringen, im “Schnitt”, einer zweiten Abteilung, ausgeschnitten. Das wird schon lang nicht mehr mit einer Schere gemacht, sondern mit sehr scharfen Schnittlinealen. Diese Werkzeuge sind aber nicht nur sehr scharf, sie sind auch relativ lang. Sieht man einem Neuling zu, wie er oder sie mit diesem Instrument umgeht, wird man manchmal an eine Person erinnert, die in einem Skikurs zum ersten Mal – mit Skiern an den Schuhen – umdrehen soll und nicht weiß wohin plötzlich mit so langen Brettern unter den Füßen. Den Personen im Schnitt, die schon länger dabei sind, möchte man andererseits nicht zu nahe treten, weil die Geschwindigkeit, die sie über die Jahre bei ihrer Arbeit entwickelt haben, beeindruckend ist. Und weil diese Schnittlineale, wie gesagt, sehr scharf (und letztlich auch gefährlich) sind.

Action or Emotion?

User-Interaktionen sind das A und O des Internets. Um die Relevanz einer Website, eines Twitter-Accounts oder einer facebook-Seite zu bestimmen, sind die User-Interaktionen das oberste Kriterium. Ohne Likes, Shares und Kommentare haben es Angebote eher schwer auf vorderen Plätzen von Suchmaschinen-Ergebnissen gelistet und damit wahrgenommen zu werden. „Action or Emotion?“ weiterlesen

Hörzu, guck hin!

Ein Beispiel für die mediale Verwertung von Greta Thunberg fand am vergangenen Wochenende statt: die Verleihung der Goldenen Kamera durch die Fernsehzeitschrift Hörzu.
Angesichts fallender Zuschauerzahlen wollte man sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und erfand die Goldene Kamera für den Klimaschutz. Für die Frauen und Männer im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sicherlich ein willkommener Inhalt, denn die Goldene Kamera konnte in einem Atemzug mit der jungen Schwedin und dem Vorschlag dieser für den Friedensnobelpreis genannt werden. „Hörzu, guck hin!“ weiterlesen

Überwiegend unwichtig?

Und tatsächlich, es scheint nicht richtig zu sein, von der “überwiegenden Mehrheit” zu sprechen. Ich bin zwar nicht dazu geeignet, über richtiges oder falsches Deutsch zu schreiben, aber für die “überwiegende Mehrheit” will ich mal eine Ausnahme machen. Warum? Weil mir, ich gebe es zu, diese Floskel bisher noch nicht unangenehm aufgefallen ist. „Überwiegend unwichtig?“ weiterlesen

Presse und Qualität

Kann man einen Pressetext objektiv beurteilen? Kann man sagen, dass Berichterstattung gut oder schlecht ist?
In der Schweiz, ja. Und zwar seit 2016 alle zwei Jahre. Das 2018er Rating hat sich 21.000 Beiträge angesehen und Aussagen über deren Quellen gemacht. Dabei ist man folgendermaßen vorgegangen. „Presse und Qualität“ weiterlesen

EU-Urheberrechtsrichtlinie

Bisher war es das so genannte Providerprivileg, das Plattformen wie Youtube gegen weitergehende Forderungen von Rechteinhaber schützte. Das Providerprivileg ist ein Konzept, das dem des reitenden Boten ähnelt. Für die Nachricht, die der Bote überbringt, ist er selbst nicht verantwortlich, weil er nur der Überbringer ist. Angewendet auf das Internet heißt das, dass der Provider dank des Providerprivilegs davor geschützt wird, für bereit gestellte Inhalte, die er selbst nicht erstellt hat, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

 

In der neuen Urheberrechtsrichtlinie soll nun vor allem genau dieses Privileg für bestimmte Arten von Plattformen beseitigt werden.

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Medien und Medium

Man hat ja nicht immer nur mit Menschen zu tun, die in derselben Branche arbeiten, wie man selbst. Und wenn man dann gefragt wird, was man denn so mache, dann ist die Antwort “Medienbeobachtung”, obwohl es sich um eine sehr beschreibende, sich selbst erklärende Bezeichnung handelt, nicht nur nicht immer ausreichend, sondern manchmal sogar irreführend.

Neulich kam es zu so einer seltsamen Situation. Ich traf den “” meiner “”. Als ich meine Antwort auf die besagte Frage, was ich denn so mache, mit “Medienbeobachtung” beantwortete, bemerkte ich eine seltsame Veränderung in seiner Mimik, eine Veränderung seiner Körperhaltung und eine etwas zu lange Pause in unserem bisher ganz angeregten Gespräch. “Medienbeobachtung?!”, wiederholte er mit einer fragenden Intonation und einem zweifelnden Gesichtsausdruck und fügte hinzu, ob es das denn in so einer großen Zahl gäbe, dass man davon leben könne. Ich zuckte kurz mit den Schultern, wußte so richtig nicht, was diese Äußerung bedeuten sollte und brachte nur einen auch für mich seltsam klingenden Singsang hervor, der am ehesten einem “Jaaha” ähnelte, aber auch ein Nein hätte bedeuten können. Nachfragen, was denn damit gemeint sei, konnte ich nicht, denn er fügte rasch hinzu, dass er damit gar keine Erfahrung habe. Eine Bekannte seiner Mutter, so erzählte er, habe mal so ein Erlebnis gehabt. Es habe sich dann aber herausgestellt, dass das mit ihrem etwas zu ausgeprägten Akoholkonsum zu tun gehabt habe. “Alkoholkonsum?”, fragte ich nach und wußte nun gar nicht mehr, was ich sagen sollte. Ja, sagte mein Gegenüber dann ohne Luft zu holen und wie um mich zu beruhigen, das sei ja wohl nicht immer so und er könne sich vorstellen, dass es so etwas wirklich gibt, auch wenn er selbst noch keine entsprechenden Erfahrungen gemacht habe. Ob ich ihn denn mal mitnehmen könne. Das würde ihn interessieren. Mitnehmen?, fragte ich, wohin? Na, sagte er, zu so einem spiritistischen Treffen, so einer Sitzung und dem Medium, das ich beobachten würde.

Gelacht habe ich nicht viel, als ich verstand, wovon der “” meiner “” redete. Ich wollte nicht unhöflich sein. So lange kannten wir uns noch nicht. Ich legte ihm eine Hand auf die Schulter, lächelte und sagte mit tiefer Stimme, “doch nicht solche Medien. PresseMEDIEN, Publikationen, Massenmedien. Es geht um Zeitungen, Zeitschriften, das Internet, TV, Radio, die Meldungen der bekanntesten Nachrichtenagenturen. Die werten wir für unsere Kunden aus. Media Monitoring, Media Screening.” Dann war der Groschen bei ihm endlich gefallen und er meinte staunend: “Ach sooooo! Jetzt verstehe ich.” Er schüttelte den Kopf. Das ich daran nicht gedacht habe, sagte er wie zu sich selbst. Das würde sein Onkel doch auch machen. Aber nur mit der Süddeutschen, die er sehr gerne lese. Wenn ihn etwas interessiere, würde er es ausschneiden und mit einem Magneten an den Kühlschrank peppen und jedem sagen, dass er es unbedingt lesen müsse. Anschließend würde er die Ausschnitte in eine Art Fotoalbum kleben und das Buch zu Weihachten verschenken. Aber immer jemand anderem. Wem ich denn mein Album nächstes Jahr schenken würde.