Brüderchen und Schwesterchen

Eine Bar in einem Hotel. Vielleicht Berlin? Mitternacht. Ein bekannter Politiker, eine nicht so bekannte Journalistin. Gelegenheit für ein Gespräch über die Situation einer Partei, die es nicht leicht hat. Führungsansprüche, Machtkämpfe, schlechte Umfragen, kritische Wahlergebnisse.
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Prost!

Das Wortbild stimmt – von weitem. Alle Buchstaben sind vorhanden – nur eben nicht in der richtigen Reihenfolge: so sehen die besonderen Herausforderungen für Lektoren aus. Es ist also verständlich, wenn die Potsdamer Neuesten Nachrichten am 18.1.2013 einen Bericht über eine Demonstration in Berlin mit „Prostet gegen die Agrarindustrie“ betiteln.

Nikoläuse

Die Tageszeitung „Lohrer Echo“ ist eine Ausgabe des in Aschaffenburg erscheinenden „Main-Echo“. In der Ausgabe vom 30.10.2012 heißt es in der Rubrik „Lokales“, dass ‚rund 18 000 Nikoläuse demnächst von Lohr aus ihre Reise Richtung Würzburg antreten. Sie hätten den Auftrag „den Weihnachtsmann aus den Regalen der Geschäfte zu verdrängen“, denn Ziel sei es, so das Lohrer Echo, „den heiligen Nikolaus wieder in den Vordergrund zu rücken und“ – Achtung! – „einer Verwechslung mit der populären Kunstfigur des Weihnachtsmann“ – „Kunst“ kommt hier von „künstlich“ – „entgegen zu wirken“. Die ganze Aktion liefe unter dem Namen „Achtung weihnachtsmannfreie Zone“. Aufgrund der jeweiligen Witterung ist es nun ganz einfach einen Schoko-Weihnachsmann von einem Schoko-Osterhasen zu unterscheiden; wie aber unterscheidet man einen Schoko-Weihnachtsmann von einem Schoko-Nikolaus?

Demographisch

Die Otto Group reagiert auf den demographischen Wandel: Sie hat am 1. Mai 2012 mit der Otto Group Senior Expert Consultancy GmbH ein Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen gegründet, das ausschließlich Pensionäre des Handelskonzerns beschäftigt.

Spielertausch

Luis Figo, der ehemalige portugiesische Nationalspieler, hat jetzt im Internet eine Plattform gestartet, auf der sich Spieler, Manager, Berater und Offizielle aus der Fußballszene in einem geschlossenen Netzwerk austauschen und neuerdings auch Spieler-Transfers vornehmen können.

Madsack

Die Verlagsgesellschaft Madsack, bei der u.a. die Hannoversche Allgemeine, die Neue Presse und die Dresdner Nachrichten erscheinen, soll, glaubt man den immer wieder zu hörenden Tuscheleien, nicht zu den kommunikationsfreudigsten Unternehmen zählen. Das soll sich jetzt ändern. Am Stammsitz in Hannover wird eine neue Stelle geschaffen: „Leitung Unternehmenskommunikation“; besetzt wird sie am 1. November mit Susanne Bömmel, die dem einen oder anderen noch als Burda-Pressesprecherin bekannt sein dürfte.

Bild

Entsprechend der aktuellen Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse ist „Bild“ bezüglich Leserverlust bei den Printmedien der große Verlierer. Dem Boulevardzeitung kamen laut Analyse 560.000 Leser abhanden, „nur noch“ 9,73 Mio haben dem Blatt die Treue gehalten.

Netzwerke

Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels meldet gestern in seiner Online-Ausgabe, dass „jeder Zweite soziale Netzwerke nutzt“. Okay, ich gestehe, ich auch. Aber ich frage mich schon auch seit einiger Zeit wozu? Es ist deshalb auch durchaus verständlich, dass General Motors seinen lukrativen Werbevertrag mit Facebook in den Eimer gehauen hat. Die haben sich Ähnliches gefragt. Grad kurz vor dem morgigen Börsengang des „Zuckerbergs“, der über 100 Mrd Dollar einbringen soll. Das ist eine Zahl mit insgesamt 11 Nullen – uns Nutzer nicht mitgerechnet.

Kuh

Das Mühlacker Tagblatt vom 9.3.2012 berichtet, dass eine wohlhabende Leserin der Zeitung eine Kuh namens Hermine, die einem Metzger kurz vor der Schlachtung ausgerissen war, kaufen wollte, um sie „aufgrund ihres ausgeprägten Lebenswillens … bis zu ihrem natürlichen Ende durchzufüttern“. Der Bauernfamilie – Eigentümerin der Kuh – mehreren Polizisten, einer Tierärztin und verschiedenen Mitarbeitern des städtischen Bauhofs war es zwei Stunden lang“ nicht gelungen, das Tier einzufangen. Mittlerweile steht Hermine wieder zu Hause im Stall und scheint glücklich und zufrieden, während der Bauer aufgrund der in „schweren Gummistiefeln durchgeführten Hetzjagd“ noch 3 Tage über Muskelkater klagte. Unbekannt ist, ob das Übernahmeangebot der „wohlhabende Leserin“ bezüglich Hermine erfolgreich war.

Außerirdische

In einer vor zwei Jahren auf ShortNews veröffentlichten Meldung wird der Astrophysiker André Maeder mit der Behauptung zitiert, dass Außerirdische, sofern es sie gibt, als erstes das Fernsehprogramm anschauen würden, um die Menschen zu studieren. Rundfunk- und TV-Emissionen würden, so der Physiker, Lichtjahre weit in den Weltraum strahlen. Wahrscheinlich sind also zwei Möglichkeiten warum bisher fast niemand Außerirdische zu Gesicht bekommen hat: entweder ist das Fernsehprogramm so schlecht, dass sich kein Außerirdischer her traut, oder es ist so gut, dass wenn mal ein Außerridischer landet, ihn niemand wahrnimmt, weil alle vorm Fernseher sitzen.