Störerhaftung

Brigitte Zypries, die Bundeswirtschaftsministerin der großen Koalition, ist, so die Nachrichtenagentur dts, auf die Fraktionsspitzen von Union und SPD zugegangen und hat nach etwa einem Jahr eine Einigung beim Thema Störerhaftung erzielt. Bisher mussten z.B. Hotels die persönlichen Daten der Nutzer und Nutzerinnen ihres kabellosen Internets abfragen und den Zugang per Passwort schützen, wollten sie der Haftung entgehen, die aus einem ungesetzlichen Gebrauch durch die Nutzerinnen und Nutzer folgte. Die Passwortabfrage wird im neuen Gesetz weiterhin möglich, sie ist aber nicht mehr zwangsläufig vorgeschrieben. „Mit der Abschaffung der Störerhaftung müssen WLAN-Betreiber nun nicht mehr befürchten, für die Vergehen von Nutzern und Nutzerinnen ihres Internetzugangs haftbar gemacht zu werden.“ Das Gesetz, das heute (30.06.2017) verabschiedet wurde, will dazu beitragen, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht mehr so weit hinten steht.

Gegen die Schreibrichtung

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage tun sich etwas schwer mit einer moderneren Sichtweise von Medienbeobachtung. Das Schlagwort des „papierlosen Büros“ ist ja nun schon etwas älter, aber Belegexemplare aus Zeitungen und Zeitschriften müssen, soweit keine entsprechenden Lizenzen vorliegen, vom Medienbeobachter immer noch per Post zugestellt werden – anders zum Beispiel als in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Italien, …. . 
Kurioserweise ist es dabei oft so, dass die Einrichtungen, die uns mit einer Medienbeobachtung beauftragen, auch die Stellen sind, die, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Entstehung entsprechenden Texte mitgearbeitet oder diese sogar vollständig geschrieben haben. Dass es für uns als Medienbeobachtungsdienst Arbeit macht, entsprechende Texte in Print- und Onlinepublikationen ausfindig zu machen, ist dem Kunden gut zu vermitteln, dass er aber für die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Zeitungs- oder Zeitschriften-Redaktionen noch besondere Abgaben – Lizenzen – zahlen soll, nur weil er seinen Veröffentlichungsbeleg per E-Mail zugesendet haben möchte, geht ihm verständlicherweise mitunter etwas „gegen die Schreibrichtung“ – soll heißen gegen den Strich.

Die Heiteren

Das von Leonardo da Vinci gemalte Bild, das in Deutschland unter dem Namen Mona Lisa bekannt ist, hängt im Louvre. Das ist bekannt. Etwas weniger bekannt ist, dass das Bild z.B in Italien und Spanien „La Gioconda“ (die Heitere) heißt. Noch etwas weniger bekannt ist, dass im spanischen Prado ein Bild hängt, das ebenfalls diesen Namen trägt und (wahrscheinlich) dieselbe Frau abbildet. Die spanische Zeitung El Pais meldet heute, dass die Autorenschaft der „spanischen“ Gioconda geklärt werden konnte. Das Bild entstand zur selben Zeit wie die Mona Lisa, stammt aber entweder von Andrea Salai oder von Francesco Melzi. Folgt man der englischen Ausgabe von Wikipedia, so ist der richtige Name von Andrea Salai Gian Giacomo Caprotti da Oreno. Als Leonardo da Vinci 1524 stirbt erbt Gian Giacomo Caprotti da Oreno, der auch als Geliebter Leonardos betrachtet wird, die Mona Lisa.