Als Lektor im Bereich Medienbeobachtung ist es meine tägliche Aufgabe, maschinell vormarkierte Nennungen zu prüfen und zu bewerten. Die automatisierten Systeme, die wir nutzen, sind inzwischen sehr leistungsfähig: Sie durchforsten eine Vielzahl von Quellen – von Zeitungsartikeln über Blogs bis hin zu Social Media – und markieren potenziell relevante Erwähnungen unserer Kunden oder Themen. Doch trotz aller technischen Fortschritte bleibt der menschliche Blick unverzichtbar.
Mein Arbeitstag beginnt mit einem Blick auf die von der Software vorgeschlagenen Nennungen. Die Maschine erkennt zwar Schlagwörter und Namen, aber sie kann den Kontext oft nicht richtig einschätzen. Mein erster Schritt ist daher, jede Nennung im Zusammenhang zu lesen. Dabei frage ich mich: Geht es wirklich um das Unternehmen, die Person oder das Produkt, das beobachtet werden soll? Oder handelt es sich nur um eine zufällige Namensgleichheit oder eine thematische Randnotiz?
Relevante Nennungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie inhaltlich auf das Beobachtungsziel eingehen – zum Beispiel, wenn ein Unternehmen in einem Artikel ausführlich erwähnt oder bewertet wird. Irrelevante Nennungen hingegen sind oft bloße Aufzählungen, Werbeanzeigen oder Nebensätze ohne inhaltliche Tiefe. Manchmal erkennt die Software auch Ironie oder Kritik nicht, was eine genaue Prüfung erfordert.
Entscheidend ist für mich, immer die Zielsetzung des Kunden im Blick zu behalten: Was ist für ihn wirklich von Bedeutung? So kann ich sicherstellen, dass nur die Informationen weitergeleitet werden, die einen Mehrwert bieten. Am Ende des Tages ist es die Kombination aus technischer Unterstützung und menschlicher Sorgfalt, die eine qualitativ hochwertige Medienbeobachtung ermöglicht.
