"Medienbeobachtungen"

KI und Datenjournalismus

Als Datenjournalist weiß man mindestens zwei Dinge.

Erstens, die Welt nach ChatGPT ist in den Redaktionen eine grundsätzlich andere, als die davor.

Zweitens, OpenAI ist mit der Veröffentlichung von ChatGPT die wohl erfolgreichste Werbemaßnahme der letzten Jahre gelungen. 

Man kann heute ohne Übertreibung sagen, dass es keine Redaktion mehr gibt, die nicht in der einen oder anderen Weise mit künstlicher Intelligenz arbeitet. Im Datenjournalismus ist KI schon länger ein hervorragendes Werkzeug bei der Strukturierung auszuwertender Daten, dem Erkennen von Mustern und Zusammenhängen oder dem Generieren von Titeln für innerhalb dieser Daten vorhandener Bilder. Die 11,5 Millionen Dokumente in den Panama Papers mit einer Größe von 2,6 Terabyte wären ohne künstliche Intelligenz gar nicht auszuwerten gewesen. Um sich den Umfang einer solchen Sammlung vorzustellen, reicht es kaum zu erwähnen, dass eine wissenschaftliche Forschungsbibliothek mit einer Größe von ca. 2 Terabyte noch kleiner ist als das Material der Panama Papers. Wie sollte man „zu Fuß“ und ohne digitale Hilfsmittel in einer solchen Datenmenge bestimmte Namen finden und andere Namen, die immer wieder im Zusammenhang mit diesen Namen genannt werden?