"Medienbeobachtungen"

Nicht nur ein bisschen hintergründiger

In seinem Blog „Indiskretion Ehrensache“ kommentiert Thomas Knüwer am 12.5.2026 ein Interview des „Nordkuriers“ mit Lutz Schumacher, dem Geschäftsführer des Schwäbischen Verlags, einem Unternehmen, das u.a. die „Schwäbische Zeitung“ und den „Nordkurier“ herausgibt.

Es geht, wie es scheint, (wieder einmal) um die Zukunft der Tageszeitungen.

Hierzu meint Lutz Schuhmacher u.a., dass der Konzern schon bald das Logistiknetz der Zustellerinnen und Zusteller verändern wolle, indem neben Tageszeitungen auch andere Produkte wie Pakete, Lebensmittel, Medikamente und Briefe zugestellt würden, was eine deutliche Verbilligung der Zeitungszustellung zurfolge hätte.

„Wir werden in Zukunft die Region mit Lebensmitteln und mit Medikamenten versorgen, die Zusteller können bei den Empfängern aber nicht um vier Uhr morgens klingeln. Pakete stehen sowieso nicht morgens zur Verfügung. Daher reden wir über späte Nachmittagsstunden oder den frühen Abend. Außerdem wird es immer schwieriger, Zusteller für den frühen Morgen zu gewinnen. Auch dieses Problem lösen wir auf unserem Weg zuverlässig.“

Gleichzeitig, so Thomas Knüwer, gäbe es damit die Möglichkeit, das Problem der Aktualität zu lösen, denn die Zeitspanne zwischen Redaktionsschluss und Zustellung, die in den besten Zeiten – Knüwer meint damit den Anfang der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts – zwischen fünf und sieben Stunden betrug, könnte nicht nur maßgeblich reduziert werden, vielmehr könnte damit ein für alle mal Schluss gemacht werden, denn aktuell, so Thomas Knüwer, war eine Zeitung noch nie.

Es müsse für einen Neustart des Konzeptes Tageszeitung auch berücksichtigt werden, dass sich in den letzten 40 Jahren nicht nur die Nachrichtenlage, sondern auch das Leben der Leserinnen und Leser geändert habe.

Was ähnlich der Zustellsituation und deren Ergänzung durch andere Produkte Inhalte erfordere, die die Inhalte ergänzen, die früher mal für die morgendliche Lektüre konzipiert waren. Hier, so Thomas Knüwer, könnte man sich eine Art Tagesmagazin vorstellen, dass einen neuen Lokaljournalismus zum Zentrum hat, sich aber von der berüchtigten Nachrichtenlage, von der Abdeckung aller News, vom Agenturmeldungsabdrucken verabschiedet. Eine entsprechende Erneuerung müsste kreativer denken, bunter und wilder sein, kurz, sie müsste ein Medienprodukt erschaffen, das mitreißt und nicht, wie Schuhmacher es formuliert, „nur ein bisschen hintergründiger“ wird.

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