"Medienbeobachtungen"

Kategorie: Skizzen

  • Die Qualität analogen Erlebens entscheidet über den Einfluss von Echokammern und Filterblasen auf das Individuum

    Merja Mahrt ist Kommunikationswissenschaftlerin. Sie hat sich das Internet einmal etwas genauer angeschaut, weil sie etwas mehr über Filterblasen und Echokammern des Internets herausfinden wollte. 

    Sie wollte wissen, ob man das Handeln eines Attentäter mit Hilfe von Filterblasen und Echokammern erklären kann. 

    In einem Interview, das sie vor einigen Jahren der Wochenzeitung „Die Zeit“ gegeben hat, sagt sie, nein, das kann man nicht. 

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  • Öffentlichkeitsarbeit im Umbruch?

    Vorstände und PR-Verantwortliche genießen in der Bevölkerung kein großes Vertrauen. Das hat eine Studie der Uni Leipzig zutage gefördert, die vor einiger Zeit in Brüssel vorgestellt wurde. Anders als in Italien und Großbritannien sind Journalisten in Deutschland von dieser Skepsis gegenüber eigennützig handelnden Kommunikatoren ausgenommen.

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  • „Mit Medien erreicht man Menschen“

    Zeitungen und Zeitschriften sind textbasierte Medien; Radio und Fernsehen sind audio-visuelle Medien.

    Mediennutzung hat deshalb nicht nur einen in einer Studie relativ einfach quantifizierbaren zeitlichen Rahmen. Der Aspekt der Aufmerksamkeit, der einerseits vom Medium und den hier dargebotenen Inhalten ausgeht und andererseits der Interessenlage der betroffenen Individuen abhängig ist, kann bei einer solchen Studie, wenn ich es richtig verstehe, nur mit sehr großem Aufwand berücksichtigt werden.

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  • KI und Datenjournalismus

    Als Datenjournalist weiß man mindestens zwei Dinge.

    Erstens, die Welt nach ChatGPT ist in den Redaktionen eine grundsätzlich andere, als die davor.

    Zweitens, OpenAI ist mit der Veröffentlichung von ChatGPT die wohl erfolgreichste Werbemaßnahme der letzten Jahre gelungen. 

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  • ChatGPT-Co-Pilot

    Marketing, zu dem ich jetzt auch mal die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zähle, ist eine Angelegenheit, die ohne Kreativität schlechter funktioniert. Sie funktioniert aber auch schlechter, wenn man ignoriert, dass es hier systematische Abläufe gibt. Beide Eigenarten des Marketing bedingen sich zeitlich, räumlich und intellektuell einander. 

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  • Was ist eigentlich das Hero-Hub-Help-Modell

    Das 3-H-Modell geht auf Googles Creator Playbook for Brands zurück, wenn es stimmt, was Christa Schwandtner in ihrem Blog (https://www.punkt-komma.at/de/News/Hero-Hub-Help-Modell_bba_1133) schreibt. Es habe dort die Funktion gehabt, Youtubern bei der Planung ihres Contents zu helfen, sich dann aber verselbständigt, um allgemein bei der Strukturierung von Content zu helfen.

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  • Das Ruhrgebiet und die Verlagsaktivitäten der Familie Baedeker

    Die Familie Baedeker spielte eine bedeutende Rolle in der Medienlandschaft des 18. Jahrhunderts in Deutschland, insbesondere in den Städten Dortmund und Essen. Mitglieder dieser Familie waren Pioniere in der Gründung der ersten Zeitungen und Verlagshäuser in diesen Regionen, was einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung von Informationen und zur Entwicklung des Journalismus darstellte.

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  • Was ist eigentlich…Verscholzung?

    Kersten Augustin nimmt in einem Kommentar in der tageszeitung vom 19.Juni 2025 Bezug auf eine Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz, der den völkerrechtswidrigen Angriff Israels auf den Iran als „Drecksarbeit“ bezeichnet hat.

    Augustin merkt an, dass Merz mit diesem Ausdruck, der umstritten sein mag, ein verständliches Statement abgegeben und sich damit deutlich von Äußerungen des ehemaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz und der ehemaligen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock abgehoben habe. Deren Stellungnahmen in ähnlichem Zusammenhang habe, so Kersten Augustin, oft aus Sätzen bestanden, die man, „schon beim Zuhören wieder vergessenn habe„. Diese Redeweise, die auch von anderen Politikern und Politikerinnen praktiziert werde, bezeichnet Kersten Augustin in Anlehnung an den ehemaligen Bundeskanzler als „Verscholzung“.

  • Reuters Institute Digital News Report 2025

    Die Medienbranche steht weltweit vor enormen Herausforderungen. Das Ansehen des Journalismus sinkt weiter. Während besonders das öffentlich-rechtliche Medien weiterhin hohes Vertrauen genießt, wird den Boulevardmedien das geringste Vertrauen entgegengebracht.

    71 % der deutschen Internetnutzer geben an, gelegentlich Nachrichten zu meiden, weil ihre Stimmung unter Meldungen über Krieg, Konflikten und Katastrophen leidet. Das generelle Interesse am Weltgeschehen bleibt jedoch stabil. 55 % der Deutschen geben an weiterhin sehr interessiert an entsprechenden Nachrichten zu sein.

    • Die Reichweite sozialer Netzwerke wie Facebook und X (Twitter) sinkt stark. Zeitungs- und Zeitschriftenverlage setzen verstärkt auf YouTube, TikTok und Instagram; die Bedeutung „sozialer Videos“ nimmt zu.
    • Einzelpersonen und Influencer gewinnen insbesondere bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung,

    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass technologische, wirtschaftliche und politische Entwicklungen den traditionellen Journalismus unter Druck setzen. Andererseits bieten neue Formate große Chancen für die Weiterentwicklung journalistischer Produktion und Rezeption.

    Reuters Digital News Report

  • Reklame, Werbung und Public Relation

    Ich wollte nicht horchen, konnte dann aber nicht anders, als folgendes Gespräch in der Teeküche zu verfolgen. A. und C. sitzen am Tisch am Fenster. A. fragt, sag mal, was ist eigentlich der Unterschied zwischen Reklame, Werbung und Public Relation? Das ist ganz einfach, antwortet C. Wenn du eine Frau kennenlernst und du sagst ihr, was für ein toller Typ du bist, dann ist das Reklame. Wenn du ihr sagst, wie schön sie ist, wie wunderbar ihr das Kleid steht, dann ist das Werbung. Wenn die Frau und du zum Beispiel gemeinsame Bekannte habt, und die Frau gehört hat, was für ein netter Typ du bist, verständnisvoll, zärtlich, intelligent und so weiter, dann ist das Public Relations.

  • Könige im Kundengespräch

    Manchmal dauern Telefonate mit Kunden etwas länger. Vor allem wenn es sich um Erstkontakte handelt. Wir finden nicht, dass die Kundenberatung durch entsprechende Gespräche gestört oder gar blockiert wird. Im Gegenteil. Der ausführliche Kundenkontakt gibt oft genug Anregungen für Verbesserungen unseres Angebots.

    Deshalb ist die Kundenberatung auch dazu angehalten, Kundinnen und Kunden intensiv und ausführlich zu Wort kommen zu lassen, zu beraten und alle Fragen mit Respekt, der erforderlichen Geduld und Fachkenntnis zu beantworten. (mehr …)

  • „Bauchgefühl“ zwischen 2000 und 2020

    Sprache wandelt sich. Ständig. Worte, die heute selbstverständlich sind, waren es vor einigen Jahren noch nicht. Eines dieser Worte ist „Bauchgefühl“. Wir haben in unserem Pressearchiv einfach mal nachgezählt und folgende Entwicklung festgestellt.

    Bauchgefuehl Zum Vergrößern, bitte auf das Bild klicken.
  • Studie: „Ohne iPhone ist alles nix“

    Ein großer Refurbished-Anbieter von Apples Smartphones beauftragt ein Marktforschungsinstitut damit, eine größere Umfrage durchzuführen. Untersucht werden soll das Verhältnis der Deutschen – Männer und Frauen – zu ihren iPhones. Die Umfrage findet im April 2024 statt. An ihr nehmen 498 iPhone-Besitzer und 501 iPhone-Besitzerinnen im Alter ab 18 Jahren teil. Um an der Umfrage teilzunehmen, mussten die Teilnehmenden einen Fragebogen ausfüllen, der auf der Website des Marktforschungsinstituts zu finden war.

    Folgendes kam dabei heraus:

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  • Öffentlichkeitsarbeit im späten Mittelalter

    Zum Ende des Mittelalters beginnt in Europa eine neue Zeit, die Renaissance. In den künstlerischen Werken jener Zeit fällt auf, dass christliche Motive unter anderem durch die Zentralperspektive realistischer interpretiert werden. Andererseits treten neben Heiligendarstellungen nun auch Bilder irdischer Herrscher. So war es in Augsburg Maximilian l., der sich gerne und oft portraitieren ließ. Im Rahmen dieser Öffentlichkeitsarbeit machte er sich auch die neue Technik der Druckgraphik zunutze. Das Bild des Kaisers, das dessen Macht darstellen und damit festigen sollte, fand damit kostengünstig den Weg in die Welt. Trotzdem hatte Maximilian l., der kein sparsamer Herrscher war, nicht immer genug Geld, um seine Maler und Drucker für deren PR-Dienste zu honorieren.

  • Die Tageszeitung und der Serienmörder

    Dreißig Jahre lang ist das FBI hinter einem Kriminellen her, der Frauen entführt, foltert und schließlich tötet. Die Polizei tappt im Dunkeln, kommt dann aber doch an ihr Ziel. Nicht weil die Auswertung der Spuren sie schließlich zu dem Serienmörder führt, sondern weil der Mann sich durch eine Unachtsamkeit verrät.

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