In Japan steht ein großes Ereignis bevor. Der alte Kaiser geht, der neue Kaiser kommt. Schichtwechsel ist am 1. Mai. An diesem Tag wird Naruhito den Thron besteigen. Dass man sich nun in bestimmten Kreisen an den Silvesterabend des Jahres 1999 erinnert, hat damit zu tun, dass mit jedem neuen Kaiser eine neue Zeitrechnung beginnt. Mit Naruhito also das Jahr 1 (in Worten, eins) der Reiwa-Ära.
Kategorie: Skizzen
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Journalismus versus Content Marketing
Laut der Basisstudie 2018 des Content Marketing Forums investieren die in Deutschland angesiedelten Unternehmen acht Milliarden Euro im Jahr in eine neue Werbeform – Tendenz steigend.
Presse ist schon lange nicht mehr nur das Geschäft von Journalisten. Seit einiger Zeit sind es die so genannten Content Marketer, die auf sich aufmerksam machen. Content Marketer sind Personen, die nicht mit einem gesellschaftlichen Auftrag Texte und Bilder herstellen, sondern dies im Auftrag eines Auftraggebers tun*.
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Kontext-Lese-Modus
Es gibt bei der Beauftragung einer Medienbeobachtung eine Reihe von Maßnahmen, die man ergreifen kann, um die Art der Ergebnisse so zu gestalten, dass der Dienstleister, also mediatpress®, nur die Papierausschnitte und Internethinweise liefert, die aufgrund ihrer Relevanz von Interesse sind. Eine dieser von uns angebotenen Maßnahmen ist der Kontext-Lese-Modus. Hiermit können die Kunden bestimmen, ob jede, aber auch wirklich jede Nennung als Treffer gelten und geliefert werden soll. Oder ob es eines kleineren oder größeren, sinnverwandten Kontextes bedarf. Sehr oft wird der „kleine Kontext“ für die Kunden eingerichtet, bei dem zusätzlich zur Nennung zwei oder drei sinnverwandte Sätze fallen müssen, damit ein Treffer zustande kommt. Aufzählungen, die auch als beiläufige Nennungen bezeichnet werden und nur geringe Aussagekraft besitzen, werden dadurch ausgeschlossen und belasten das Budget nicht. Der Kontext-Lese-Modus kostet übrigens nichts.
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Schwarze Löcher, Fotografie und Medienbeobachtung
Vor wenigen Tagen bemühten sich die Astronomen der Event-Horizon-Telescope-Kollaboration um Aufmerksamkeit. Das Ereignis: sie hatten ein „Schwarzes Loch“ fotografiert, das, wie jedes Ungetüm dieser Kategorie, in einer unvorstellbaren Entfernung von der Erde, mit einem unvorstellbaren Gewicht, im Weltraum sein Unwesen in dem Sinne treibt, dass dieses „Ding“ alle in seiner Umgebung befindliche Materie wie ein Industriestaubsauger aufsaugt, den man in ein Aquarium hält.
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Hörzu, guck hin!
Ein Beispiel für die mediale Verwertung von Greta Thunberg fand am vergangenen Wochenende statt: die Verleihung der Goldenen Kamera durch die Fernsehzeitschrift Hörzu.
Angesichts fallender Zuschauerzahlen wollte man sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und erfand die Goldene Kamera für den Klimaschutz. Für die Frauen und Männer im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sicherlich ein willkommener Inhalt, denn die Goldene Kamera konnte in einem Atemzug mit der jungen Schwedin und dem Vorschlag dieser für den Friedensnobelpreis genannt werden. (mehr …) -
Überwiegend unwichtig?
Und tatsächlich, es scheint nicht richtig zu sein, von der „überwiegenden Mehrheit“ zu sprechen. Ich bin zwar nicht dazu geeignet, über richtiges oder falsches Deutsch zu schreiben, aber für die „überwiegende Mehrheit“ will ich mal eine Ausnahme machen. Warum? Weil mir, ich gebe es zu, diese Floskel bisher noch nicht unangenehm aufgefallen ist. (mehr …)
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EU-Urheberrechtsrichtlinie
Bisher war es das so genannte Providerprivileg, das Plattformen wie Youtube gegen weitergehende Forderungen von Rechteinhaber schützte. Das Providerprivileg ist ein Konzept, das dem des reitenden Boten ähnelt. Für die Nachricht, die der Bote überbringt, ist er selbst nicht verantwortlich, weil er nur der Überbringer ist. Angewendet auf das Internet heißt das, dass der Provider dank des Providerprivilegs davor geschützt wird, für bereit gestellte Inhalte, die er selbst nicht erstellt hat, zur Rechenschaft gezogen zu werden.In der neuen Urheberrechtsrichtlinie soll nun vor allem genau dieses Privileg für bestimmte Arten von Plattformen beseitigt werden. -
Eine Frage des Etiketts

Der Auftraggeber ist eine Firma aus der Textilbranche. In dem Presseausschnitt, den ich prüfen soll, finde ich auch nach mehrmaliger Textlektüre die entsprechende Nennung des Kunden nicht. Der Ausschnitt ist mit einem großen Bild illustriert, das einen Mann – ein Elektriker? – auf einer Leiter zeigt. Der Mann trägt eine Jacke und wie durch Zufall werde ich endlich fündig: der Schriftzug des Textilunternehmens befindet sich kaum sichtbare auf dem Etikett der Jacke unterhalb der Brusttasche. Ich bin erleichtert. Der Ausschnitt ist also okay. Es kann schon manchmal ärgerlich sein, wenn Lektoren und Lektorinnen so genau arbeiten, denke ich noch bevor ich den nächsten Artikel überprüfe.
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Flat-Earth-Loop

Nicht nur das Handwerk leidet unter selbstanleitenden Youtube-Videos. Klempner, Schreiner und Elektriker kommen neben anderen Berufsgruppen und deren Kundschaft durch das audiovisuelle Material, das auf der zu Google gehörenden Plattform angesehen werden kann, zu seltsamen Überzeugungen. Die Erde, so eine an Popularität gewinnende, aber eigentlich aus dem Mittelalter stammende Überzeugung, sei nämlich keine Kugel, sondern eine Scheibe. Man spricht auch von einer Flat-Earth-Bewegung mit einer Anhängerschaft nicht nur in den USA. Die Konferenzen, die dort zu diesem Thema abgehalten werden, haben es möglich gemacht, dass ein Team der Texas Tech University auf zwei dieser Konferenzen (2017 und 2018) mit 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sprechen konnte.
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„Ich frame, also bin ich“

Wer kennt sie nicht? Elisabeth Wehling, Autorin des (internen) Framing Manuals der ARD, das unter dem Vorsitz des MDR von der ARD für etwas mehr als 100.000 Euro beim so genannten „Berkeley International Framing Institute“ in Auftrag gegeben und dann von netzpolitik.org veröffentlicht wurde.
Beauftragt wurde das Handbuch 2017 aus der Notwendigkeit heraus sprachliche Umgangsformen zu finden, um sich mit den Personenkreisen besser auseinandersetzen zu können, die sich mit Hilfe von Frames wie „Staatsfunk“ und „Zwangsgebühren“ schon länger gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk positionierten.Die Idee ist gut.
Aber was ist
a. neu am Framing und
b. Hintergrund des zitierten Instituts?Framing ist eine „Theorie“, für die man im Deutschen schon lange das zumindest verwandte wenn auch anders gemeinte Sprichwort „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ verwendet. (mehr …)
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Beobachtung durch Medien

Medienbeobachtung hin, Medienbeobachtung her. Man könnte meinen, dass sofort klar ist, was gemeint ist. Nun ereignet sich aber im nordamerikanischen Arizona folgender Fall: ein Mann steht vor Gericht und wird wegen Doppelmord angeklagt. Die Ermittler gehen davon aus, dass einer der beiden Morde in einem Zimmer verübt wurde, in dem sich ein smarter Lautsprecher befand. Die Ermittlungsbehörden sind nun an den Hersteller und Betreiber dieses Gerätes herangetreten, um die von dem Gerät gemachten Aufzeichnungen zu bekommen. Der Gerätehersteller – in diesem Fall Amazon – weigert sich entsprechende Daten herauszugeben und begründet das damit, dass der Echo-Lautsprecher nichts aufzeichnet, wenn er nicht vorher ein Sprachmuster hört, dass dem Signalwort „Alexa“ entspricht.
Smarte Lautsprecher sind also „Mittler“ oder „Medien“, die ihre Umgebung „beobachten“. Während diese nur auf ein Signalwort reagieren (,Alexa“, „Siri“ oder „Cortana“ …), müssen unsere Lektoren und Lektorinnen auf mehrere tausend „Signalwörtern“ reagieren – allerdings immer auf eine sehr ähnliche Weise.
Ob Amazon, wie bereits im März 2017 in einem anderen Fall, schließlich die von Alexa gemachten auditiven „Medienbeobachtungen“ an die Ermittlungsbehörden weitergibt, ist noch unklar. Ganz anders als in unserem Fall. Unsere Kunden bekommen immer alle Daten der Medienbeobachtung und müssen auch überhaupt nicht lange darauf warten. -
Immer wieder
Medienbeobachtung ist nicht nur eine intellektuelle Herausforderung an die Frauen und Männer im Lekorat. Das Lektorat ist zwar die Herzkammer oder, besser gesagt, das Gehirn einer entsprechenden Dienstleistung. Ohne die anderen Bereich würde dieses Gehirn aber so viel taugen wie ein vom Rumpf getrennter Kopf – was eine schreckliche Vorstellung ist. Medienbeobachtung kann vollständig nur funktionieren mit vielen anderen geschäftlichen Bereichen und vielen anderen engagierten Personen.










