Chinese zum Ausschneiden

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Im Jahr 2011 drehte Sebastián Borensztein eine Komödie über einen argentinischen Eisenwarenhändler namens Roberto. Roberto ist Einzelgänger und hat keinerlei Absichten irgendetwas an diesem Status zu ändern: sein Tag ist geregelt, er ist zufrieden.
Eines Tages beobachtet Roberto jedoch in der Nähe des Flughafens wie ein Taxifahrer einen Fahrgast grob aus seinem Wagen befördert. Es ist der Chinese Jun. Roberto hat Mitleid mit Jun, will ihm helfen, versteht dessen Sprache aber ebenso wenig wie Jun seine Sprache versteht.
Schon bald bereut Roberto seine Hilfsbereitschaft und will seinen Gast nur noch los werden. Das gelingt ihm aber nicht. Schließlich überlässt er ihm eine Abstellkammer in seiner Wohnung und läßt ihn für sich arbeiten. Dank eines argentinisch-chinesischen Essensboten können sich Jun und Roberto zum ersten Mal etwas besser verständigen. Roberto erzählt Jun von der Sinnlosigkeit des Lebens, die er durch eifriges Sammeln von Zeitungsausschnitten in einem Album dokumentiert. Wie groß aber ist seine Überraschung als einer dieser Zeitungsausschnitte die tragische Begebenheit schildert, die Jun aus der Bahn geworfen hat.
Der deutsche Titel des Films ist „Chinese zum Mitnehmen“, im Original heißt der Film treffender und mehrdeutiger „Un Cuento Chino“.
Kurioserweise wurde ein größerer Bericht über die besagte Zeitungsmeldung zum ersten Mal Ende April 1997 von der Hamburger Morgenpost veröffentlicht. Dieser Bericht basierte auf einer kleinen Notiz, die etwa ein halbes Jahr vorher in der russischen Tageszeitung Komsomolskaja Prawda in der Rubrik „Unglaubliches“ veröffentlicht worden war. Mit einer Einschränkung: es war kein Chinese, dessen Leben von einer vom Himmel gefallenen Kuh verändert wurde, sondern ein Japaner.(->)