Zeitungen und Zeitschriften sind textbasierte Medien; Radio und Fernsehen sind audio-visuelle Medien.
Mediennutzung hat deshalb nicht nur einen in einer Studie relativ einfach quantifizierbaren zeitlichen Rahmen. Der Aspekt der Aufmerksamkeit, der einerseits vom Medium und den hier dargebotenen Inhalten ausgeht und andererseits der Interessenlage der betroffenen Individuen abhängig ist, kann bei einer solchen Studie, wenn ich es richtig verstehe, nur mit sehr großem Aufwand berücksichtigt werden.
Man spricht in diesem Zusammenhang u.a. von der medienspezifischen Exklusivrate, der Media Awareness.
Dabei wird der Umstand berücksichtigt, dass audiovisuelle Medien eine geringere Exklusivität haben als zum Beispiel Textmedien.
Der laufende Fernseher oder das eingeschaltete Radio schließen komplexere parallele Aktivität nicht nur nicht aus, sie sind oft Begleiter dieser Aktivitäten: man hört Radio beim Autofahren, bei der Arbeit oder bügelt während der Tagesschau.
Als mediale Hintergrund-Medien sind Textmedien, im Gegensatz dazu, sehr ungeeignet, denn die Lektüre einer Zeitung oder eines Buches läßt parallele Aktivitäten, außer Kaugummikauen, Nasebohren und dergleichen, nicht zu.
Issue Awareness ist der themenspezifische Aufmerksamkeitsgrad.
In diesem Zusammenhang reicht es, darauf hinzuweisen, dass zum Beispiel im Pandemie-Jahr 2020 Corona-Nachrichten eine andere Aufmerksamkeit erhielten als Corona-Nachrichten im Jahr 2025.
Themen sind nicht an sich interessant.
Zu berücksichtigen sind u.a.
a.) die Qualität der Inhalten sowie
b.) das Wissen, die Erfahrung und die (direkte oder indirekte) Betroffenheit des Publikums.
Mit der Aussage, dass Menschen von Medien „erreicht“ werden, hat man folglich sehr wenig mitgeteilt.
