Im Rahmen einer Anfang 2026 durchgeführten Untersuchung konnte der Branchenverband Bitkom ein repräsentatives Bild der digitalen Berufskommunikation liefern. Das wichtigste Kommunikationsmittel im Arbeitsalltag ist weiterhin die E-Mail. Das hat mindestens drei Gründe:
- E-Mails sind einfach
- sie sind zuverlässig
- E-Mails sind unabhängig von bestimmten Betriebssystemen
Für Unternehmen und Beschäftigte ist die „elektronische Post“ gleichermaßen von Vorteil.
Doch es gibt mindestens einen Nachteil: die Anzahl.
Dieser Umstand spielt eine besondere Rolle für Menschen, die E-Mails aus beruflichen Gründen versenden und außerdem wollen, dass auf diese Weise versendete Texte den Weg in die veröffentlichte Ausgabe von Zeitungen und Zeitschriften finden.
Die Ergebnisse der eingangs erwähnten Studie zeigen, wie stark die tägliche E-Mail-Flut in der Berufswelt überhaupt ist.
Rund 14 Prozent der 1000 Befragten gaben an, täglich 100 oder mehr berufliche Mails zu erhalten. Weitere 22 Prozent bekommen jeden Tag zwischen 50 und 100 Nachrichten, während 46 Prozent zwischen 10 und 50 E-Mails pro Arbeitstag erhalten. Lediglich 1 Prozent der Befragten hat es mit weniger als 10 Mails pro Tag zu tun.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass E-Mails für die Mehrheit der Berufstätigen ein konstanter Begleiter und eine Belastung im Arbeitsalltag sind.
In den Redaktionen sehen diese Zahlen noch etwas anders aus.
Ein Redakteur bei einer regionalen Tageszeitung erhält im Durchschnitt zwischen 100 und 300 E-Mails pro Tag. Das Aufkommen der digitalen Korrespondenz in Medienredaktionen in Form von Pressemitteilungen, Leserbriefen und internen Nachrichten ist also drastisch höher als bei „normalen“ Berufstätigen. Die genaue Menge von E-Mails hängt stark vom jeweiligen Ressort und der Position ab.
In einer Lokalredaktion sind es etwa 80 bis 150 E-Mails am Tag. Hier handelt es sich vor allem um Nachrichten von lokalen Vereinen, Einladungen zu Presseterminen vor Ort, Polizeiberichten und Leserzuschriften. In der Zentralredaktion, etwa Politik, Wirtschaft oder Kultur, kommen oft 200 bis über 400 E-Mails pro Tag an. Die hier angesiedelten Postfächer sind das Ziel von PR-Agenturen, Ministerien und bundesweiten Verlagen in Form vor allem von unaufgeforderten Pressemitteilungen. In der Chefredaktion oder Ressortleitung können es in Spitzenzeiten oder bei größeren regionalen Medienhäusern auch 500 bis 600 E-Mails täglich sein.
Pressearbeit, die alleine auf die massenhafte Versendung von E-Mails setzt, hat also so gesehen wenig Chancen ans Ziel zu gelangen. Allerdings muss diese Aussage heute durch den Einsatz künstlicher Intelligenz in den Redaktionen relativiert werden.

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