Counterspeech-Strategien

In einer Studie der ETH Zürich hat man untersucht, welche Strategie die beste ist, um auf Hass-Kommentare zu reagieren.

Grundsätzlich wurden drei Strategien unterschieden.

1. Die an die Empathie appellierende Gegenrede, bei der man auf einen abfällig formulierten Beitrag reagiert, indem man den Autor oder die Autorin darauf anspricht, wie er oder sie es finden würde, so angesprochen zu werden. “Du würdest Dich doch auch verletzt fühlen.”

2. Die Gegenrede, die auf den Hasskommentar mit Humor reagiert und den beanstandeswerten Teil zum Beispiel in einem neuen Meme verarbeitet.

3. Die Gegenrede, die die möglichen persönlichen Konsequenzen in den Mittelpunkt einer Entgegnung stellt. “Du weißt schon, dass solche Äußerungen strafrechtlich verfolgt werden und teuer kommen und dass Dein Konto gesperrt werden kann?”

Dabei kam heraus, dass die Gegenrede, die sich an die Empathie richtet, am erfolgreichsten zu sein scheint. Die Forscher der ETH konnten feststellen, dass einerseits die Zahl fremdenfeindlicher Tweets abnahm. Andererseits entschlossen sich Autoren und Autorinnen entsprechender Äußerungen eher dazu, die ursprüngliche Äußerungen wieder zu löschen.

Bei den beiden anderen Counterspeech-Strategien konnte vergleichbare Reaktionen nicht festgestellt werden.

Anmerkung: Dass jede Reaktion auf eine Hassrede die Suchmaschinen-Relevanz dieser “Rede” erhöht, sollte dabei nicht vergessen werden. Und genauso, wie man nie auf Spam-E-Mails durch Antwort reagieren sollte, um so nicht auch noch die Existenz und Aktivität der eigenen E-Mail-Adresse zu bestätigen, so sollte Hatespeech eher ignoriert, dem Plattformanbieter gemeldet oder gleich angezeigt werden.