Fake-Accounts bei Twitter

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Der Grund für den Identitätsdiebstahl ist unklar, der Identitätsdiebstahl selbst ist es nicht. Betroffen sind die Gründerin und der Gründer eines Impfstoffherstellers, dessen “neunzigprozentige Wirksamkeit” vor einigen Tagen für Schlagzeilen gesorgt hat.

Bei Twitter sind nun diese beiden Accounts gesperrt worden, weil sie mit Fr. Şahin und Hrn. Türeci in keinem Zusammenhang standen und trotzdem nach kurzer Zeit zusammen bereits 60.000 Follower und Followerinnen hatten, darunter, so merkt netzpolitik.org kritisch an, “auch Journalist:innen namhafter Medien”.

Karolin Schwarz – @raeuberhose – fragt in diesem Zusammenhang, ob es nicht ein guter Moment sei, um Twitter-Konten mit etwas mehr Skepsis zu betrachten. Warum hätten die Konten von Uğur Şahin und Özlem Türeci zumindest den Medien-Profis, die die Beiträge gerne retweeteten, schon früher als Fake-Accounts auffallen können, fragt sie.

Karolin Schwarz zählt sechs Punkte auf, die zwar nicht hinreichende Beweise für eine Fälschung seien, aber doch stutzig hätten machen müssen.

An erster Stelle nennt sei das Vorhandensein identischer Tweets, mit unterschiedlichen Hashtags. Anschließend weist sie auf das sehr kurze Alter der Accounts hin, denn beide wurden erst im August/September 2020 eröffnet. Ferner seien beide Twitter-Konten mit Google-Mail-Adressen verbunden, in denen die tatsächlichen Namen der beiden Forscherpersönlichkeiten nicht vorkamen. Auch das Material in den Tweets hätte das eine oder andere Fragezeichen aufploppen lassen können. So seien dort ausschließlich Bilder und Videos aus Medienberichten verwendet worden, obwohl ein Unternehmen wie BioNTech ohne Frage über eigenes Material verfüge. Schließlich sei es sehr seltsam, dass BioNTech selbst nicht unter den Followern der beiden Accounts zu finden war.

Burkhard Heinz
mediatpress®