Medienbeobachtungen

  • Krankenhaussport

    A arbeitet in einem Krankenhaus. Er ist irgendwo in der Verwaltung beschäftigt. B arbeitet im selben Krankenhaus und läßt teure Geschenke an eine Geliebte als medizinisches Inventar abrechnen und das Krankenhaus dafür bezahlen. C ist Angestellter bei einer Zeitung und hat mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im investigativen Journalismus. (mehr …)

  • The New European


    Der Archant-Verlag ist ein kleiner Presseverlag im ostenglischen Norwhich. Matt Kelly ist sein Chefstratege fürs Digitale. Im Juni des vergangenen Jahres hatte er nicht im Traum daran gedacht, dass die Engländer sich gegen einen Verbleib in der EU aussprechen würden. Um so unvorbereiteter traf es ihn, als nur 48% der Britten seine positive Haltung zu Europa teilten. (mehr …)

  • Straßenbahn

    Auch wenn man seine Arbeit als Lektor konzentriert und gewissenhaft durchführt, wird man manchmal durch Meldungen abgelenkt, die es in sich haben.

    So zog Mitte Januar dieses Jahres ein Vorfall in Österreich die Aufmerksamkeit der Presse (und Teile unseres Lektorats und der Rechercheabteilung) auf sich.
    In Wien nutzte ein Mann die Pinkelpause eines Straßenbahnfahrers, um eine Straßenbahn für zwei Stationen in seine Gewalt zu bringen. Danach war Schluss, denn die Stadtwerke drehten der Linie 60 kurzerhand den Strom ab. Über die Beweggründe des Entführers stand nichts in der Zeitung; zu Schaden kam glücklicherweise aber niemand.
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  • 150 Aktenordner

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    Der Schriftsteller Uwe Johnson war sein eigener Ausschnittdienst. Er sammelte zwischen 1947 und 1983 Ausschnitte aus der New York Times, die sage und schreibe 150 Aktenordner füllten: das materielle Unterfutter für jedes der 365 Kapitel seines Romans „Jahrestage“, den Wikipedia folgendermaßen zusammenfasst: „Die Romanfolge, vor allem in Mecklenburg und New York spielend, ist tief geprägt vom Problem der deutschen Teilung. Der zeitliche Bogen des 1891 Seiten umfassenden Romans spannt sich vom Ende der Weimarer Republik (der Machtergreifung Hitlers) über die Anfänge der DDR bis zur Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968.“

  • „Nomen non est Omen“

    Namen von Zeitungen spielen bei der Medienbeobachtung eigentlich keine Rolle. Das würde nur verwirren. So ist der „Trierische Volksfreund“ schon wegen des leicht zu übersehenden zweiten Buchstabens kein Veröffentlichungsblatt für Veterinärmediziner. Auch ist „Der Patriot“ kein Kampfblatt der Ewiggestrigen, sondern als „Lippstädter Zeitung“ nur eine Unterausgabe des Westfälischen Anzeigers. Und das „Jeversche WOCHENblatt“ ist kein wöchentlich erscheinendes Medium, sondern eine Tageszeitung. (mehr …)

  • Lie to me

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    Die Rolle, die Tim Roth in der bei Vox derzeit laufenden Serie spielt, ist dem amerikanischen Psychologen und Anthropologen Dr. Paul Ekman nachempfunden, dessen Spezialgebiete die nonverbale Kommunikation und vor allem die Mikroexpressionen sind. In der Serie mit dem Titel „Lie to me“ ist Tim Roth Carl Lightman, der Chef der Lightning Group und als solcher Berater des FBI. Im ersten Kapitel dieses Herbstes geht es um einen brutalen Typen, der seine Opfer mit Säure verletzt, aber im Gefängnis matt gesetzt wurde. Das Problem ist ein Nachahmer, den die Polizei nun sucht. Es gibt eine Spur und einen Verdächtigen, den ein etwas impulsiver Sergeant namens Ben Reynolds gespielt von Mekhi Phifer, im Beisein des Psychologen Lightman nun verhört. (mehr …)

  • Chinese zum Ausschneiden

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    Im Jahr 2011 drehte Sebastián Borensztein eine Komödie über einen argentinischen Eisenwarenhändler namens Roberto. Roberto ist Einzelgänger und hat keinerlei Absichten irgendetwas an diesem Status zu ändern: sein Tag ist geregelt, er ist zufrieden.
    Eines Tages beobachtet Roberto jedoch in der Nähe des Flughafens wie ein Taxifahrer einen Fahrgast grob aus seinem Wagen befördert. Es ist der Chinese Jun. Roberto hat Mitleid mit Jun, will ihm helfen, versteht dessen Sprache aber ebenso wenig wie Jun seine Sprache versteht.
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  • Kundendaten

    Seit der Gründung im Jahr 1997 steht in unseren AGBs, dass wir mit den Namen unserer Kunden keine Werbung machen.

    Dabei ist unser Gewerbe weit davon entfernt, anrüchig zu sein. Wir würden wahrscheinlich auch keine Interna ausplaudern, erwähnten wir, dass eine bekannte Firma uns zu ihrem Medienbeobachter gemacht hat. Und, ehrlich gesagt, manche Akquise wäre vielleicht etwas leichter, wenn wir dem Interessierten sagen könnten, dass wir auch für die und die Firma arbeiten.

    Aber was würde diese Art der Werbung eigentlich bedeuten? Nicht viel, da ja zum Beispiel über das Dienstleistungsverhältnis nichts ausgesagt würde. Ist der Kunde, dessen Name man nennt, zufrieden? Ist er vielleicht erst seit Kurzem Kunde oder hat er vielleicht schon gekündigt?
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  • Drucksache 16/3737

    Bildschirmfoto 2016-08-19 um 14.08.37Durch Zufall ist einer unserer Mitarbeiter per Google auf einen kleinen Text gestoßen, den wir natürlich im Rahmen dieses Blogs veröffentlichen. Weil wir keine Werbung mit unseren Kunden machen, mussten einige Stellen leider geixt werden. Landtag XXXXXXXXXX. 16. Wahlperiode. Drucksache 16/3737. Abschnitt E. Frage Nr. 87. „Welcher Medienbeobachtungsservice wurde beauftragt?“ Antwort: „Es wurde der Medienbeobachtungsservice mediatpress (Geschäftsinhaber Burkard Heinz), Reinsburgstraße 72, 70178 Stuttgart beauftragt…. Mit Hilfe des Medienbeobachtungsservices lässt sich eine Steigerung der Anzahl der Fundstellen und Textbelege feststellen, die belegen, dass in den in XXXXXXXXXXXXXX erscheinenden Printmedien sukzessive mehr über XXXXX berichtet wird.“

  • Dream

    Seit längerer Zeit sind wir für einen großen Elektronik-Anbieter tätig, für den wir einige Hausmarken überwachen; hinter einer dieser Marken steckt ein Musik-Streaming-Dienst. Heute liegt ein Artikel aus der Zeitschrift Schöner Wohnen vor mir, der das Thema aufgreift, um zu beschreiben, wie man die gestreamte Musik in der ganzen Wohnung hören kann. Der Artikel trägt in Anlehnung an die Rede, die Martin Luther King am 28. August 1963 in Washington hielt, die schöne Überschrift „I have a Stream“.

  • Shine

    Peter Helfgott und sein Sohn David.

    Der australische Film „Shine“ stammt aus dem Jahre 1996. In ihm wird das Leben des Pianisten David Helfgott und dessen sehr schwierige Beziehung zu seinem Vater geschildert. Dessen Strenge, musikalischer Anspruch und Erinnerungen an den Verlust seiner Familie in deutschen Konzentrationslagern lösen bei dem außergewöhnlich begabten Sohn eine schwere Krise aus, in deren Verlauf der heute weltbekannte Klaviervirtuose 10 Jahre in einer psychiatrische Klinik verbringt.
    Scott Hicks, der das Drehbuch geschrieben und die Regie geführt hat, zeigt uns den Stolz des Vaters indem er ihn nachts durch ein Album blättern läßt, das neben einigen Fotos eine große Zahl von Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten enthält, in denen sein Sohn erwähnt wird.
    Als David gegen den Willen seines Vaters ein Stipendium in London annimmt, sagt der Vater drohend: „Wenn Du durch diese Türe gehst, dann hast Du keine Familie mehr“. In einer der nächsten Szenen sieht man den verbitterten Vater wie er das besagte Album zerreißt und mit allen Erinnerungen an seinen geliebten Sohn verbrennt.
    In den Hauptrollen von Shine sieht man Armin Müller-Stahl, der den strengen Vater spielt, und Geoffrey Rush, der für seine Interpretation des erwachsenen David Helfgott im Jahr 1997 einen Oskar bekommt.

  • 1921

    Medienbeobachtung und Ausschnittdienst sind Dienstleistungen, die sich vor allem mit aktuellen Quellen befassen. Eine große Zahl von Medien ist bei uns jedoch auch über ein Archiv abruf- und auswertbar. Dieses Pressearchiv reicht bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts zurück. Eine soeben formulierte Kunden-Anfrage nach einer Augsburger Tageszeitung vom 26. April 1921 ist deshalb für uns nicht so ganz ungewöhnlich.

  • Hannah Höch

    Eine der bekannteren Persönlichkeiten, die sich im Bereich der Kunst mit der Medienbeobachtung beschäftigt haben, ist die Ende des 19. Jahrhundert in Gotha geborene Hanna Höch (Wikipedia), die dem Dada zugeordnet wird. Die Kunsthalle Mannheim (Website der Kunsthalle) hat in einer Ausstellung, die noch bis Mitte August 2016 zu sehen ist, ihre wichtigsten Werke zusammengestellt. Es ist die Collage, mit der sich die Lebensgefährtin unter anderem von Raoul Hausmann (Wikipedia) vor allem beschäftigt hat. Hannah Höch war die einzige Frau der Berliner Dada-Szene. Sie fand ihre Motive im urbanen Leben des frühen 20. Jahrhunderts, das, so Georg Leisten in der Stuttgarter Zeitung, das goldene Zeitalter der Printmedien war. Zeitungen, Zeitschriften und Plakate boten Hannah Höch einen Bilderschatz, den sie genussvoll ausschlachtete. Eines der bekannteren Bilder Höchs ist das kurz nach dem ersten Weltkrieg entstandene „Schnitt mit dem Küchenmesser…“ (Bild ansehen), in dem die Dadaistin Bilder und Texte miteinander kombiniert, die sie vorher aus Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnitten hat.