Eine postalische Fehlleistung und ein zoologischer Garten

Seit einigen Jahren ist es möglich, Briefmarken der deutschen Post mit einem normalen Drucker zu drucken. Die Post spricht von Internetmarken, die über ein entsprechendes Portal erworben werden. Jede dieser Briefmarken besteht  aus einem einzigartigen QR-Code. Dieser Code hat weiter keinen anderen Sinnn, als im Moment der maschinellen Entwertung in eine Datenbank eingelesen und als einzigartig identifiziert zu werden. Will man nun einen Brief mit einer Marke, die bereits für eine Frankierung verwendet wurde, ein zweites Mal versenden, so meldet das “System” einen Fehler. Es verpasst dem entsprechenden Umschlag einen gelben Aufkleber, weist auf die Doppelverwendung hin und schickt den Brief zurück an den Absender.

Dies geschieht nicht ganz fehlerfrei.

In den letzten 30 Tagen wurden uns drei Umschläge zurückgesendet, die einen dieser gelben Aufkleber trugen. Diese Marke, so der gelbe Aufkleber, sei bereits verwendet worden und könne nicht noch einmal verwendet werden. Daneben ein zweiter Aufkleber, der darauf hinweist, dass, wegen der “auffällig gewordenen Marke”, die Frankierung fehle. Im Verhältnis zum Gesamtvolumen der von uns versendeten Umschläge ist das zwar ein Fehler im Promille-Bereich, er wird aber trotzdem von uns reklamiert, obwohl dies sehr arbeitsaufwändig ist und von der Post nur unzureichend honoriert wird. Ärgerlich ist dabei vor allem, dass Kunden ihre Sendugen durch die postalische Fehlleistung verspätet erhalten.

Bei der Korrespondenz mit der Post, die bisher jedes Mal mit der Erstattung der fehlinterpretierten Briefmarke endete, hat einer der Kollegen jetzt eine amüsante Entdeckung gemacht.

Einer der Vorstände, die in jedem Impressum einer postalischen E-Mail genannt werden, genauer gesagt der Erstgenannte, heißt Ken Allen. Während einer dieser Reklamationsroutinen hat ein Mitarbeiter mal den Namen dieses Herrn markiert und die Funktion “Nachschlagen” aktiviert.

Emailimpressum

Als Ergebnis kam ein Eintrag, der einem Vorstand der Deutschen Post sicherlich nicht gefällt. Ken Allen kam, so der von Google stammende einzige Eintrag, der als Ergebnis von “Nachschlagen” angezeigt wurde, im Jahr 1971 auf die Welt, starb im Jahr 2000 und “war der Name eines in der Öffentlichkeit überregional populär gewordenen Orang-Utans des Zoos der nordamerikanischen Stadt San Diego”. Hahaha.

Der richtige Ken Allen, so Wikipedia, wurde 1955 geboren und ist Vorstandsmitglied der Deutsche Post AG. Er ist zuständig für die Geschäftsfelder Elektronischer Handel und das internationale Paketgeschäft. Allen ist britischer Staatsbürger.