Impfen: Skepsis, Glauben und TV

Corona-Virus

In Europa sind mittlerweile 67% der Bevölkerung geimpft. Angesichts dieser Zahlen erscheinen Bulgarien mit 19 % und Rumänien mit 26 % wie abgehängt. Die Argumente der Impfgegner und -skeptiker – Frauen wie Männern – sind hier wie dort sehr ähnlich:

Entweder sind es Nebenwirkungen, deren Existenz verschwiegen, verharmlost oder unterdrückt wird, oder es sind konspirative Machenschaften, bei denen erfundene Bestandteile wie Aluminium, Quecksilber oder Mikrochips verimpft werden, um die Bevölkerung zu sterilisieren, zu Autisten zu machen oder zu manipulieren.

Die Verbreitung dieser Ansichten erfolgt in Rumänien u.a. über das staatliche Fernsehen und die Kirche. Die Äußerungen von TV-Sternchen und Priestern werden dann in den sozialen Medien aufgegriffen, angerührt und aufgekocht. Bei einer Bevölkerung, die zu 85% glaubt, christlich orthodox zu sein, und Umfrageergebnissen, die zeigen, dass 55% der Rumäninnen und Rumänen fake news zur Kenntnis nehmen, könnte die Impfquote durchaus auch noch niedriger sein.

Dass sich gegenwärtig grade mal 15.000 rumänische Menschen täglich impfen lassen, dass Impfstoff vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums nach Dänemark und Irland verkauft wird, hat dann auch mit der (noch) niedrigen Inzidenz von 20 zu tun. Trotzdem oder gerade deshalb bereitet Rumänien sich mit so einer niedrigen Impfquote zu zögerlich auf die Ausbreitung der Delta-Variante vor. Ausbaden werden das aber konsequenterweise vor allem die Impfgegner – Frauen wie Männer.