Pressearbeit während der Corona-Pandemie

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Die Corona-Pandemie verengt den Blick auf die Welt. Die größere Enge nimmt Ereignissen, über die sonst berichtet würde, den Platz. Auch die Pressearbeit ist davon betroffen.

Die Lösung: man macht sich mit seiner Pressemitteilung dadurch einen Platz im Nachrichtenalltag, indem man einen Bezug zur Corona-Pandemie herstellt und sagt, seht her, dies und das hat auch mit Corona zu tun.

Da ist der Erotik-Versender, der darauf hinweist, dass aufgrund der Ausgangsbeschränkungen sein Umsatz gestiegen ist; da ist die Partei, die mehr Geld für Pflegekräfte fordert und schon immer nur um das Wohl des Menschen bemüht war; da ist das Marktforschungsunternehmen, das eine Umfrage macht, nach der die Mehrheit der Deutschen meint, dass die Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen sei; da ist das Internetunternehmen, das darauf hinweist, dass seine Premiumdienste während der Pandemie für alle freigeschaltet seien; da ist der Schauspieler, der mit seinem Hund dazu aufruft, während der Coronakrise auch an die Tiere zu denken. Und so weiter.

Manche dieser Pressemitteilungen machen Sinn, andere machen es nicht. Manche Pressemitteilungen haben einen Mehrwert, enthalten Informationen oder unterhalten, andere warten mit einem Inhalt und einem Stil auf, der keinen guten Eindruck macht und so überflüssig ist, wie Covid-19 selbst.

“Im Moment wird viel gepredigt, vom Zusammenstehen und Zusammenhalten. Gemeint ist mitunter aber nur der Wunsch, auch in diesen Zeiten ein bisschen Werbung in eigener Sache zu platzieren; ein bisschen Aufmerksamkeit abzubekommen. Sex sells, aber Krise vielleicht auch? … Gerade so, als bräuchte es nur genügend Pathos, um die eigene Bedeutung zu unterstreichen und seinen Beitrag zur Rettung der Welt zu leisten” so Ben Krischke auf meedia.de

Burkhard Heinz
mediatpress®