Was ist eigentlich Debunking?

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Beim Umgang mit Falschinformationen unterscheidet man “Debunking”, bei dem eine Information nachträglich als unwahr klassifiziert wird, vom “Prebunking”, bei dem eine bestimmte Quelle das Prädikat “unseriös” erhält und folglich alles, was dort veröffentlicht wird, als unrichtig angesehen werden kann.

Debunking bedeutet soviel wie entlarven oder aufdecken, Prebunking kann als Sonderform betrachtet werden und wird immer dann zur Sprache gebracht, wenn man, kurz gesagt, mit dem Debunking “nicht mehr hinterherkommt”.

Wenn “facebook” die falsche Äußerung einer Impfgegnerin oder eines Präsidenten nachträglich mit dem Vermerk versieht, dass diese Äußerung nicht der Wahrheit entspricht, dann ist das Debunking.

Wenn man einen bestimmten Link aufrufen möchte und dieser erst nach einer Reihe von Hinweisen erscheint, die die entsprechende Quelle als nicht vertrauenswürdig bezeichnet, dann ist das Prebunking; Prebunking ist auch die Löschung einer Quelle.

Die Vorsilbe “de” weist also auf eine Aktion hin, die (erst) im Nachhinein auf eine veröffentlichte Information reagiert, während die Vorsilbe “pre” eine Aktion bezeichnet, als deren Ergebnis eine ganze Quelle als vertrauensunwürdig eingestuft wird.

Eine bekanntere Form des Prebunking betreibt das in England ansässige, nicht ganz unumstrittene Unternehmen Newsguard. Ausgehend von einem Punktesystem und mittels durch ein Browser-Plugin vergebene Farbsymbole werden Quellen, je nach ihrer Qualität, als mehr oder weniger glaubwürdig klassifiziert.

Ein bekanntere Adresse für den Bereich Debunking ist Correctiv.org. Diese in Berlin ansässige, gemeinnützige Organisation betreibt Debunking, weil sie als Faktenchecker den Wahrheitsgehalt von bereits veröffentlichten Informationen überprüft.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie kommt zu der Erkenntnis, dass unseriöse Quellen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie überall – nur nicht bei sich selbst – Manipulation, Meinungsmache und Fake-News ausmachen.

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Burkhard Heinz
mediatpress®