Social Bots

 

Ein Bot ist, abgeleitet von RoBOTer, eine Software, die ohne weitere (menschliche) Interaktion bestimmte Aufgaben automatisch und vor allem massenhaft erfüllt.

Zu den bekannteren Bots gehören die Softwareroutinen, die die Ergebnisse zusammentragen, die die Grundlage für Internetsuchmaschinen wie Bing, Yahoo oder Google sind. Andere Bots mit einem weniger ruhmreichen Funktion “bewegen” sich in den sozialen Netzwerken und werden als “Social Bots” bezeichnet. Sie suchen zum Beispiel bei Twitter nach bestimmten Hashtags (#). Ein Social Bot ist so geschrieben, dass nach dem Auffinden eines bestimmten Hashtags ein Text generiert wird, der sich auf dieses Schlüsselwort bezieht. Hierbei handelt es sich nicht um eine rein “maschinelle” oder “künstliche” Äußerung; das Maschinelle oder Künstliche kommt erst dadurch zustande, dass es massenhaft geschieht. Die einzelne Mitteilung und ihre bestimmten Bedingungen folgende Erzeugung ist das Ergebnis der Arbeit einer Person oder Personengruppe die den besagten Ablauf erdacht, programmiert, getestet, als Erfolg versprechend bewertet und schließlich gestartet hat. Künstliche Intelligenz, die in diesem Zusammenhang gerne zitiert wird, ist also weniger eine technische als eine ideologische Kategorie, verschleiert sie doch allzu gerne den Umstand, dass hinter dem “künstlichen” Apparat ein “menschliches” Interesse steht.

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Eine Frage des Etiketts

Der Auftraggeber ist eine Firma aus der Textilbranche. In dem Presseausschnitt, den ich prüfen soll, finde ich auch nach mehrmaliger Textlektüre die entsprechende Nennung des Kunden nicht. Der Ausschnitt ist mit einem großen Bild illustriert, das einen Mann – ein Elektriker? – auf einer Leiter zeigt. Der Mann trägt eine Jacke und wie durch Zufall werde ich endlich fündig: der Schriftzug des Textilunternehmens befindet sich kaum sichtbare auf dem Etikett der Jacke unterhalb der Brusttasche. Ich bin erleichtert. Der Ausschnitt ist also okay. Es kann schon manchmal ärgerlich sein, wenn Lektoren und Lektorinnen so genau arbeiten, denke ich noch bevor ich den nächsten Artikel überprüfe.

Flat-Earth-Loop

Nicht nur das Handwerk leidet unter selbstanleitenden Youtube-Videos. Klempner, Schreiner und Elektriker kommen neben anderen Berufsgruppen und deren Kundschaft durch das audiovisuelle Material, das auf der zu Google gehörenden Plattform angesehen werden kann, zu seltsamen Überzeugungen. Die Erde, so eine an Popularität gewinnende, aber eigentlich aus dem Mittelalter stammende Überzeugung, sei nämlich keine Kugel, sondern eine Scheibe. Man spricht auch von einer Flat-Earth-Bewegung mit einer Anhängerschaft nicht nur in den USA. Die Konferenzen, die dort zu diesem Thema abgehalten werden, haben es möglich gemacht, dass ein Team der Texas Tech University auf zwei dieser Konferenzen (2017 und 2018) mit 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sprechen konnte. „Flat-Earth-Loop“ weiterlesen

Medienbeobachtung mit Katze und Sack

Es kommt häufig vor, dass eine Anruferin oder ein Anrufer uns nach dem Preis einer Medienbeobachtung fragt. In der Kundenberatung werden dann die Kosten genannt, die anfallen, um den Prozess anzustoßen, der nötig ist, um Ergebnisse und Textbelege zu finden. Hierunter verstehen wir den Grundpreis und den Preis für die Suchvorgaben. Keine Angaben kann die Kundenberatung über den Umfang oder die Zahl der Ergebnisse machen, die den Preis für eine Medienbeobachtung mit ausmachen. Dieser hängt nämlich vor allem davon ab, wie gut und umfangreich die Pressearbeit des Kunden ist „Medienbeobachtung mit Katze und Sack“ weiterlesen

Was ist eigentlich…Treibereffekt

Das Image und die Reputation eines Unternehmens (oder jeder physischen oder juristischen Körperschaft) wirkt sich nach Innen wie nach Außen positiv auf den Wertschöpfungsprozess aus; es entsteht ein (monetär ermittelbarer) Markenwert. Dabei entsteht im Bereich der Unternehmenskommunikation ein Treibereffekt, der bei starken Marken jede neue Kommunikation verstärkt.

Burkhard Heinz
mediatpress®

“Ich frame, also bin ich”

Wer kennt sie nicht? Elisabeth Wehling, Autorin des (internen) Framing Manuals der ARD, das unter dem Vorsitz des MDR von der ARD für etwas mehr als 100.000 Euro beim so genannten “Berkeley International Framing Institute” in Auftrag gegeben und dann von netzpolitik.org veröffentlicht wurde.
Beauftragt wurde das Handbuch 2017 aus der Notwendigkeit heraus sprachliche Umgangsformen zu finden, um sich mit den Personenkreisen besser auseinandersetzen zu können, die sich mit Hilfe von Frames wie “Staatsfunk” und “Zwangsgebühren” schon länger gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk positionierten.

Die Idee ist gut.

Aber was ist

a. neu am Framing und
b. Hintergrund des zitierten Instituts?

Framing ist eine “Theorie”, für die man im Deutschen schon lange das zumindest verwandte wenn auch anders gemeinte Sprichwort “Wo Rauch ist, ist auch Feuer” verwendet. „“Ich frame, also bin ich”“ weiterlesen

Medienbeobachtung: Bitte?

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Medienbeobachtung ist, wie schon an anderer Stelle erwähnt, ein hartes Brot. Und ein schnelles noch dazu. Vor allem, wenn es um die Auswertung von Social Media-Quellen geht. Vor nicht allzu langer Zeit hat Twitter die Kürze seiner Meldungen etwas verlängert. Der Platz wurde verdoppelt und aus den 140 Zeichen wurden 280. Dadurch wurden viele Abkürzungen, die einen twitter-eigenen Code darstellten, zwar nicht überflüssig, aber weniger notwendig: statt “idc” konnte man nun “i don’t care” schreiben, statt “lmk” war Platz genug für “let me know”. Aus “gr8” wurde wieder “great”, aus “b4” “before” und aus “srsly” “seriously”. Was aber angesichts der immer wieder aufploppenden Diskussion über Verrohung der Umgangsformen und Hasskommentare erstaunen mag, ist der Umstand, dass Twitter nun wieder Platz für freundliche Äußerungen hat. So sei, Unternehmensangaben zufolge, bei der Verwendung des Wortes “Bitte” ein 54-prozentiger Anstieg zu verzeichnen.

Medienbeobachtung international

Medienbeobachtung

Die Frage nach der Auswertung ausländischer Medienkreise stellt sich für einen Medienbeobachter ganz natürlich. Märkte internationalisieren sich oder waren schon immer international. Warum sollte zum Beispiel deutschsprachige Pressearbeit auf Deutschland beschränkt sein und nicht die ganze DACH-Region in den Blick nehmen? Die Beobachtung ausländischer Medienkreise beginnt auf diese Weise mit der Erfassung auch der Medien in Österreich und der Schweiz und beinhaltet die Möglichkeit einer Medienbeobachtung, die theoretisch den ganzen Globus umspannen kann. Die Auswertung der internationalen Presse nutzt dabei ein weltumspannendes Korrespondentennetz von Medienbeobachtungsdienstleistern, die sich länderübergreifend gegenseitig unterstützen.

Medienbeobachtung und Twitter

Manchmal kommt es vor, dass die Kundenberatung mit Fragen konfrontiert wird, die nicht so ganz einfach zu beantworten sind. “Denken Sie, dass es sinnvoll ist, auch Twitter von Ihnen beobachten zu lassen”, ist eine solche Frage. Darauf zu antworten, ohne mehr über die dazu gehörende Kommunikationsstrategie zu wissen, wäre schon sehr gewagt. Also geben wir die Beantwortung der Frage insofern zurück, als dass wir zurückfragen, wie sinnvoll denn der Kunde selbst Inhalte findet, die über Social Media-Kanäle wie zum Beispiel Twitter verbreitet werden. Fiele die Antwort positiv aus, würde die Kundenberatung die Beobachtung der maximal 280 Zeichen umfassenden “Tweets” nahelegen, fiele die Antwort negativ aus, würde man von einer entsprechenden Beobachtung eher abraten. Auf jeden Fall ist es aber so, dass Entscheidungen, die der Kunde bei einem Beratungsgespräch trifft, nicht in Stein gemeißelt sind und für die nächsten 100 Jahre gelten. Der Kunde kann also die Medienbeobachtung von Twitter beauftragen und, sollten ihm die Ergebnisse nicht gefallen, innerhalb eines Zeitraums von ca. 24 Stunden wieder beenden. Ganz einfach.

Medienbeobachtung: Fundstücke

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Bei der Auswertung in- und ausländischer Publikationen, also bei der täglichen Arbeit der mit der Medienbeobachtung betrauten Personen, fallen immer mal auch wieder seltsame Ereignisse auf, die erzählenswert sind. In einer Nachricht über einen Diebstahl in Italien heißt es, dass ein großer deutscher Tanklastzug an die Adria gefahren sei, dort einen Schlauch ins Wasser gehalten und mit Hilfe der eingebauten Pumpstation den Tank mit 24.000 Litern Meerwasser gefüllt habe. Das Wasser war von einer Zoohandlung in Süddeutschland bestellt worden. Doch es kam dort nie an, denn Anwohner hatten die Carabinieri auf den seltsamen Vorgang hingewiesen. Zuerst war nicht klar, ob sich der Lastwagenfahrer strafbar gemacht hatte, doch dann stellte sich heraus, dass es in Italien strafbar ist, ohne entsprechende Erlaubnis an der Küste Sand, Algen oder Wasser zu entnehmen. Ein Verbot, bedenkt man es richtig, wiederum so abwegig nicht ist.