150 Aktenordner

johnson-jahrestage-1

Der Schriftsteller Uwe Johnson war sein eigener Ausschnittdienst. Er sammelte zwischen 1947 und 1983 Ausschnitte aus der New York Times, die sage und schreibe 150 Aktenordner füllten: das materielle Unterfutter für jedes der 365 Kapitel seines Romans “Jahrestage”, den Wikipedia folgendermaßen zusammenfasst: “Die Romanfolge, vor allem in Mecklenburg und New York spielend, ist tief geprägt vom Problem der deutschen Teilung. Der zeitliche Bogen des 1891 Seiten umfassenden Romans spannt sich vom Ende der Weimarer Republik (der Machtergreifung Hitlers) über die Anfänge der DDR bis zur Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968.”

“Nomen non est Omen”

Namen von Zeitungen spielen bei der Medienbeobachtung eigentlich keine Rolle. Das würde nur verwirren. So ist der “Trierische Volksfreund” schon wegen des leicht zu übersehenden zweiten Buchstabens kein Veröffentlichungsblatt für Veterinärmediziner. Auch ist “Der Patriot” kein Kampfblatt der Ewiggestrigen, sondern als “Lippstädter Zeitung” nur eine Unterausgabe des Westfälischen Anzeigers. Und das “Jeversche WOCHENblatt” ist kein wöchentlich erscheinendes Medium, sondern eine Tageszeitung. „“Nomen non est Omen”“ weiterlesen

Lie to me

image

Die Rolle, die Tim Roth in der bei Vox derzeit laufenden Serie spielt, ist dem amerikanischen Psychologen und Anthropologen Dr. Paul Ekman nachempfunden, dessen Spezialgebiete die nonverbale Kommunikation und vor allem die Mikroexpressionen sind. In der Serie mit dem Titel “Lie to me” ist Tim Roth Carl Lightman, der Chef der Lightning Group und als solcher Berater des FBI. Im ersten Kapitel dieses Herbstes geht es um einen brutalen Typen, der seine Opfer mit Säure verletzt, aber im Gefängnis matt gesetzt wurde. Das Problem ist ein Nachahmer, den die Polizei nun sucht. Es gibt eine Spur und einen Verdächtigen, den ein etwas impulsiver Sergeant namens Ben Reynolds gespielt von Mekhi Phifer, im Beisein des Psychologen Lightman nun verhört. „Lie to me“ weiterlesen

Chinese zum Ausschneiden

chinese-zum-mitnehmen
Im Jahr 2011 drehte Sebastián Borensztein eine Komödie über einen argentinischen Eisenwarenhändler namens Roberto. Roberto ist Einzelgänger und hat keinerlei Absichten irgendetwas an diesem Status zu ändern: sein Tag ist geregelt, er ist zufrieden.
Eines Tages beobachtet Roberto jedoch in der Nähe des Flughafens wie ein Taxifahrer einen Fahrgast grob aus seinem Wagen befördert. Es ist der Chinese Jun. Roberto hat Mitleid mit Jun, will ihm helfen, versteht dessen Sprache aber ebenso wenig wie Jun seine Sprache versteht.
„Chinese zum Ausschneiden“ weiterlesen

Kundendaten

Seit der Gründung im Jahr 1997 steht in unseren AGBs, dass wir mit den Namen unserer Kunden keine Werbung machen.

Dabei ist unser Gewerbe weit davon entfernt, anrüchig zu sein. Wir würden wahrscheinlich auch keine Interna ausplaudern, erwähnten wir, dass eine bekannte Firma uns zu ihrem Medienbeobachter gemacht hat. Und, ehrlich gesagt, manche Akquise wäre vielleicht etwas leichter, wenn wir dem Interessierten sagen könnten, dass wir auch für die und die Firma arbeiten.

Aber was würde diese Art der Werbung eigentlich bedeuten? Nicht viel, da ja zum Beispiel über das Dienstleistungsverhältnis nichts ausgesagt würde. Ist der Kunde, dessen Name man nennt, zufrieden? Ist er vielleicht erst seit Kurzem Kunde oder hat er vielleicht schon gekündigt?
„Kundendaten“ weiterlesen

Drucksache 16/3737

Bildschirmfoto 2016-08-19 um 14.08.37Durch Zufall ist einer unserer Mitarbeiter per Google auf einen kleinen Text gestoßen, den wir natürlich im Rahmen dieses Blogs veröffentlichen. Weil wir keine Werbung mit unseren Kunden machen, mussten einige Stellen leider geixt werden. Landtag XXXXXXXXXX. 16. Wahlperiode. Drucksache 16/3737. Abschnitt E. Frage Nr. 87. “Welcher Medienbeobachtungsservice wurde beauftragt?” Antwort: “Es wurde der Medienbeobachtungsservice mediatpress (Geschäftsinhaber Burkard Heinz), Reinsburgstraße 72, 70178 Stuttgart beauftragt…. Mit Hilfe des Medienbeobachtungsservices lässt sich eine Steigerung der Anzahl der Fundstellen und Textbelege feststellen, die belegen, dass in den in XXXXXXXXXXXXXX erscheinenden Printmedien sukzessive mehr über XXXXX berichtet wird.”

Dream

Seit längerer Zeit sind wir für einen großen Elektronik-Anbieter tätig, für den wir einige Hausmarken überwachen; hinter einer dieser Marken steckt ein Musik-Streaming-Dienst. Heute liegt ein Artikel aus der Zeitschrift Schöner Wohnen vor mir, der das Thema aufgreift, um zu beschreiben, wie man die gestreamte Musik in der ganzen Wohnung hören kann. Der Artikel trägt in Anlehnung an die Rede, die Martin Luther King am 28. August 1963 in Washington hielt, die schöne Überschrift “I have a Stream”.

Shine

Peter Helfgott und sein Sohn David.

Der australische Film “Shine” stammt aus dem Jahre 1996. In ihm wird das Leben des Pianisten David Helfgott und dessen sehr schwierige Beziehung zu seinem Vater geschildert. Dessen Strenge, musikalischer Anspruch und Erinnerungen an den Verlust seiner Familie in deutschen Konzentrationslagern lösen bei dem außergewöhnlich begabten Sohn eine schwere Krise aus, in deren Verlauf der heute weltbekannte Klaviervirtuose 10 Jahre in einer psychiatrische Klinik verbringt.
Scott Hicks, der das Drehbuch geschrieben und die Regie geführt hat, zeigt uns den Stolz des Vaters indem er ihn nachts durch ein Album blättern läßt, das neben einigen Fotos eine große Zahl von Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten enthält, in denen sein Sohn erwähnt wird.
Als David gegen den Willen seines Vaters ein Stipendium in London annimmt, sagt der Vater drohend: “Wenn Du durch diese Türe gehst, dann hast Du keine Familie mehr”. In einer der nächsten Szenen sieht man den verbitterten Vater wie er das besagte Album zerreißt und mit allen Erinnerungen an seinen geliebten Sohn verbrennt.
In den Hauptrollen von Shine sieht man Armin Müller-Stahl, der den strengen Vater spielt, und Geoffrey Rush, der für seine Interpretation des erwachsenen David Helfgott im Jahr 1997 einen Oskar bekommt.