Emojis: Von Ludwig Wittgenstein bis Finnland?

Neben Texten, Bildern, Icons und Tönen bevölkern seit langer Zeit auch Emojis das Internet. Ihre Geschichte beginnt bereits im 19. Jahrhundert, erwähnt den Philosophen Ludwig Wittgenstein und erlebt den ersten Boom in Zusammenhang mit der japanischen Telefongesellschaft DoCoMo.

Emoji ist das japanische Wort für Bildschriftzeichen.

2010 erhielten 114 Emojis mit Unicode 6.0 eine weltweit einheitliche Kodierung. So erhielt zum Beispiel 😀 die Kodierung U+1F603 und ❤️ die Kodierung U+2764.

2015 wählte die Oxford University Press, so Wikipedia, das Emoji “face with tears of joy” 😂 zum “Wort des Jahres”; 😂 ist darüber hinaus seit 5 Jahren das weltweit am häufigsten verwendete Bildschriftzeichen überhaupt.

In den letzten 12 Monaten sind 😂, 😭 und ❤️ die drei beliebtesten Emojis, wobei es auf dem zweiten Platz regionale Unterschiede gibt. 😍 ist das zweitbeliebteste Bildschriftzeichen in Mexiko, Spanien und Deutschland, während in Frankreich und den USA 😭 auf dem zweiten Platz zu finden ist.

brandwatch, ein Unternehmen, das u.a. Emojis zählt, stellt fest, dass es bezüglich der geschlechtsspezifischen Verwendung von Emojis, letztlich nur einen Unterschied gibt. Während weibliche Autorinnen das 😍 deutlich häufiger als Männer verwenden, verwenden männliche Autoren deutlich häufiger das 👍.

“Online-Nutzer und Nutzerinnen in Australien”, so brandwatch, “verwenden im internationalen Vergleich nationaler Top-10-Ranglisten die meisten “positiven” Emojis.

Gefühle, die mit Emojis am meisten ausgedrückt werden, sind Freude (52%), Traurigkeit (23%), Wut (11%), Abneigung (7%), Angst (6%) und Überraschung (1%).

t-online weist darauf hin, dass Emojis zwar den Anspruch haben, allgemein verständlich zu sein und keinen Unterschied zwischen alt und jung, Europäerin und Asiatin zu machen, dass sie aber häufig einfach falsch verstanden und eingesetzt werden.

So stellt 🙏 kein High-Five zwischen Freunden dar, sondern betende Hände. 😪 ist auch nicht das Bild von Erkältung, sondern von Müdigkeit. Und 🙇‍♂️ zeigt niemanden mit Kopfschmerzen und auch keinen Indianer, sondern eine sich verbeugende Person.

Das mitunter fehlende Verständnis für einzelne Emojis hat mit deren Ursprung in der japanischen Kultur zu tun.

Eine Sammlung von Emojis, die ganz und gar nicht allgemein verständlich sind und nur in Finnland verstanden werden, findet man unter https://finland.fi/de/emoji/.

siehe auch
zu Ludwig Wittgensteins Anteil an der Erfindung der Emojis
brandwatch
Emojipedia
Wikipedia
t-online

Burkhard Heinz
mediatpress®