Trinkwasser: vom Lauf einer Pressemitteilung

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Eine Pressemitteilung kann unabhängig von den in ihr enthaltenen Daten in den Medien die Runde machen und sehr hohe Reichweiten erzielen. Voraussetzung dafür scheint zu sein, dass sie nachts von einem nicht ganz unbekannten Medium – am besten im Printbereich – aufgegriffen, veröffentlicht und damit verbreitet wird. Wenn der Inhalt der Meldung jetzt von allgemeinerem Interesse ist, dann ist die späte Stunde recht gut dazu geeignet, dass die entsprechende Meldung ungeprüft in den nächsten Stunden von einer und dann auch von anderen Presseagenturen aufgenommen und multipliziert wird.

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Wie wichtig ist Social Media wirklich?

ein Bild der Frankfurter Börse

Wie wichtig ist Social Media tatsächlich für Unternehmen? Das ist eine Frage, die nicht nur wir uns bei der Medienbeobachtung stellen müssen. Aber wir haben schon seit einiger Zeit eine klare Antwort: die Beobachtung der entsprechenden Kanäle wird nachgefragt, also sind sie wichtig genug, um im Rahmen unserer Arbeit als Medienbeobachter ausgewertet zu werden. Wie wichtig Twitter, Facebook, Instagram und so weiter aber im Allgemeinen sind, kann man so wohl nicht beantworten. Jeder Nutzer und jede Nutzerin, jedes Unternehmen und jede PR-Abteilung muss das für sich entscheiden. Als Medienbeobachter halten wir jedenfalls die Augen auch offen, um Neuigkeiten zu erfahren, die diesen Bereich des Internets betreffen und etwas über die tatsächliche Wichtigkeit von Twitter, Facebook, Instagram und so weiter aussagen.
Dass man bei dem Einsatz von Social Media in Unternehmen einige Regeln beachten sollte, bedarf keiner besonderen Erklärung und wird hier demnächst als eigenständiger Blog-Beitrag erörtert werden.
Wer aber bloggt, twittert, liked und instagramt, wenn wir über die Unternehmen sprechen, die im DAX gelistet sind? Die Führungsetagen deutscher Großkonzerne sind in Bezug auf die “sozialen Netzwerke” auf jeden Fall eher zurückhaltend. Vertreten in den “sozialen Netzwerken” mit einem eigenen Account sind die wenigsten, und unternehmensrelevante Mitteilungen erscheinen nach wie vor zuerst in den klassischen Medien – Tageszeitungen, Zeitschriften, Magazinen – und finden erst anschließend Niederschlag in den “sozialen Netzwerken”. Unabhängig davon, ob es sich dabei um Stellungnahmen der Deutschen Bahn zu Stuttgart 21, Personalentscheidungen bei Continental, “Liebeserklärungen” von Bayer an Glyphosat oder Warnungen vor Arbeitsplatzverlusten bei VW handelt.
Selbst Unternehmensbosse wie Kasper Rorstedt, der mit 55 Jahren immer noch zu den jüngeren CEOs gezählt wird und mit Adidas einem Unternehmen vorsteht, das mit seinem Engagement in den Bereichen Sport, Fußball und Lifestyle prädestiniert für Social Media ist, hat weder ein eigenes Twitter- noch ein persönliches Facebook-Konto.
Werner Baumann, im gleichen Alter wie Rorstedt, ist CEO von Bayer. Seine Beziehung zu Twitter und Co. ist ebenfalls rein passiver Art. Eigene Accounts unterhält auch er nicht. Schlecht beraten ist er mit dieser Einstellung aber notwendigerweise nicht, denn persönliche Äußerungen im Zusammenhang mit etwas aufgeheizteren Situationen – Übernahmen von Monsanto, Gerichturteile zu Glyphosat – generieren leicht Dynamiken, die alles andere als unternehmensfreundlich sind.
Timotheus Höttges, Chef der Deutschen Telekom, auch 55 Jahre alt, beschränkt seine Texte auf Linkedin. Im Gegensatz zu anderen Plattformen sei hier der Ton zurückhaltender, weil das Klarnamen-Prinzip gelte und anonyme Texte so gut wie nicht vorkämen. Weit weniger ängstlich scheint Höttges Kollege des us-amerikanischen Ablegers der Deutschen Telekom zu sein. John Legere (60), CEO von T-Mobile US, mischt bei seinen Internetaktivitäten private und geschäftliche Äußerungen als wäre es das Normalste auf der Welt.
Oliver Bäte (50), Chef des Versicherungskonzerns Allianz, ist wiederum etwas zurückhaltender, nutzt aber Instagram und Linkedin. Sein Ziel sei es in einen Dialog einzutreten über das, was ihn bewegt, seine Sicht der Welt mitzuteilen und Einblicke in sein Arbeitsumfeld und seinen Berufsalltag zu gewähren.
Bei der Lufthansa heißt es zum nicht vorhandenen Engagement des CEO in den “sozialen Netzwerken”, dass Carsten Spohr (50) sowieso in der Öffentlichkeit sehr präsent sei und, so die Pressesprecherin des Unternehmens, es bei Lufthansa genügend andere Social Media-Kanäle auch im Bereich des Customer Supports gebe.
(Foto: Von DesertEagle – mein Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12057467)

Beobachtung durch Medien

Medienbeobachtung hin, Medienbeobachtung her. Man könnte meinen, dass sofort klar ist, was gemeint ist. Nun ereignet sich aber im nordamerikanischen Arizona folgender Fall: ein Mann steht vor Gericht und wird wegen Doppelmord angeklagt. Die Ermittler gehen davon aus, dass einer der beiden Morde in einem Zimmer verübt wurde, in dem sich ein smarter Lautsprecher befand. Die Ermittlungsbehörden sind nun an den Hersteller und Betreiber dieses Gerätes herangetreten, um die von dem Gerät gemachten Aufzeichnungen zu bekommen. Der Gerätehersteller – in diesem Fall Amazon – weigert sich entsprechende Daten herauszugeben und begründet das damit, dass der Echo-Lautsprecher nichts aufzeichnet, wenn er nicht vorher ein Sprachmuster hört, dass dem Signalwort “Alexa” entspricht.
Smarte Lautsprecher sind also “Mittler” oder “Medien”, die ihre Umgebung “beobachten”. Während diese nur auf ein Signalwort reagieren (,Alexa”, “Siri” oder “Cortana” …), müssen unsere Lektoren und Lektorinnen auf mehrere tausend “Signalwörtern” reagieren – allerdings immer auf eine sehr ähnliche Weise.
Ob Amazon, wie bereits im März 2017 in einem anderen Fall, schließlich die von Alexa gemachten auditiven “Medienbeobachtungen” an die Ermittlungsbehörden weitergibt, ist noch unklar. Ganz anders als in unserem Fall. Unsere Kunden bekommen immer alle Daten der Medienbeobachtung und müssen auch überhaupt nicht lange darauf warten.

Immer wieder

Medienbeobachtung ist nicht nur eine intellektuelle Herausforderung an die Frauen und Männer im Lekorat. Das Lektorat ist zwar die Herzkammer oder, besser gesagt, das Gehirn einer entsprechenden Dienstleistung. Ohne die anderen Bereich würde dieses Gehirn aber so viel taugen wie ein vom Rumpf getrennter Kopf – was eine schreckliche Vorstellung ist. Medienbeobachtung kann vollständig nur funktionieren mit vielen anderen geschäftlichen Bereichen und vielen anderen engagierten Personen.

Beyond Fake News

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Im Zusammenhang mit Falschmeldungen werden immer wieder Facebook und Twitter als problematische soziale Netzwerke genannt; von Whatsapp ist weniger die Rede, obwohl dem aufmerksamen Publikum nicht entgangen sein wird, dass die Wahl von Jair Bolsonaro zum neuen brasilianischen Präsidenten auch auf den Einsatz dieses privaten Chatprogramms (und einer breit angelegte Verleumdungskampagne) zurückgeführt wird. Der Einfluss dieser Chatplattform, die ein Ableger des Facebook-Imperiums ist, beruht dabei (nicht nur in Brasilien) auf einem Misstrauen gegenüber den traditionellen Nachrichtenorganen und einer damit einher gehenden größeren Glaubwürdigkeit solcher Meldungen, die man aus anderen (privaten) Quellen erhält. Dies aber genau zu untersuchen ist schwierig, weil eine wie auch immer angelegte Medienbeobachtung hier passen muss, denn zum einen verschlüsselt Whatsapp seine Nachrichten und zum anderen versendet diese Plattform ihre Nachrichten ausschließlich an private Nutzer; ohne einer entsprechenden Gruppe anzugehören, hat man normalerweise keinen Zugriff auf die hier ausgetauschten Informationen; womit für Medienbeobachter und Wissenschaftler gilt “Wir müssen draußen bleiben”.

Die BBC hat nun im Rahmen einer Analyse mit dem Titel „Beyond Fake News“ eine Untersuchung über den Einfluss u.a. von Social Media-Plattformen auf Meinungsbildungsprozesse vorgelegt. Dazu erhielten die wissenschaftlichen Teams einerseits für eine Woche Zugriff auf Social-Media-Accounts von 80 Personen in Indien, Kenia und Nigeria und führten andererseits begleitende Interviews mit Nutzern durch. Dabei stellte sich heraus, dass viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Studie der falschen Überzeugung anhingen, sie wären in der Lage Falschmeldungen zu erkennen. Als Kriterien für die Beurteilung des Wahrheitsgehalt einer Nachricht gäbe es, so die Untersuchung, im Wesentlichen drei Kriterien:

a) die Anzahl der Kommentare,

b) die Art der Bilder und

c) die Identität des Absenders,

wobei Familienmitglieder und Freunde eine hohe Glaubwürdigkeit erhalten und den Empfänger oder die Empfängerin eher dazu veranlassen, eine erhaltene Nachricht ungeprüft zu glauben und evtl. sogar weiterzuleiten.

In Indien ist der Nationalismus ein treibender Faktor hinter der Verbreitung von „Fake News“, in Kenia würden besonders viele Betrügereien rund um Finanzen und Technologie verbreitet und in Nigeria gibt es Falschmeldungen vor allem in Zusammenhang mit Terrorismus und der Armee.

siehe auch:

https://meedia.de/2018/11/13/fake-news-ueber-whatsapp-bbc-studie-enthuellt-dass-das-problem-viel-groesser-ist-als-bislang-angenommen/

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/digital/fake-news-über-whatsapp-werden-zum-problem/ar-BBPF0Ff

https://www.bbc.com/news/world-africa-46138284

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-zu-Fake-News-Verbreitung-ohne-Pruefung-Rechte-organisierter-4218681.html

https://www.bbc.co.uk/programmes/p06r9vvf

Mediendatenblatt

Es gibt in der Medienbeobachtung schon das eine oder andere Wort, das man erklären muss. Ein Mediendatenblatt ist eines dieser Worte. Was ein Mediendatenblatt aber ist, ist relativ leicht zu erklären und relativ einfach zu verstehen. Wenn wir einen Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel finden, in dem Ihre Firma genannt wird, dann schneiden wir diesen Artikel nicht nur aus und legen ihn einfach beiseite, nein, wir kleben ihn auf ein Mediendatenblatt. Hier werden alle die Daten aufgeführt, die sich auf das Medium, aus dem der Ausschnitt stammt beziehen, und die mediale Herkunft des ausgeschnittenen Artikels beschreiben: Quelle, Erscheinungsdatum, Ressort, Seite, Positionierung auf der Seite. Darüber hinaus enthält das Mediendatenblatt noch weitere ergänzende Angaben wie Erscheinungsweise, Erscheinungsgebiet und Auflagenzahlen.