Paid Content, Paywalls, Bezahlschranken: kostenlos war gestern

Schranke

Die englischsprachigen Medien wie Economist, New York Times und Washington Post haben es vorgemacht. Große deutschsprachige Medien wie Spiegel, Zeit und Bild haben es auf den deutschen Markt übertragen. Andere Medien sind nachgezogen, aber nicht alle machen es gleich.

Im Grunde sind fünf Modelle zu unterscheiden, mit denen Zeitungs-Verlage versuchen, ihr Onlineangebot zu verkaufen.

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Unter Druck

Prisma und rtv sind die Riesen im Bereich der TV-Supplements für Tageszeitungen. Was die eine Beilage an Kooperationspartnern und Auflage gewinnt, geht auf dem sehr übersichtlichen Markt der TV-Beilagen für Tageszeitungen auf Kosten der anderen. Und so steigerte prisma seine Auflage von 4,8 auf 7,1 Mio Exemplare, während rtv eine nahezu identische Auflagenveränderung verzeichnete. Allerdings in die andere Richtung. Aus dem 7,1 Mio Exemplaren wurden 4,7 Mio.

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Trinkwasser: vom Lauf einer Pressemitteilung

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Eine Pressemitteilung kann unabhängig von den in ihr enthaltenen Daten in den Medien die Runde machen und sehr hohe Reichweiten erzielen. Voraussetzung dafür scheint zu sein, dass sie nachts von einem nicht ganz unbekannten Medium – am besten im Printbereich – aufgegriffen, veröffentlicht und damit verbreitet wird. Wenn der Inhalt der Meldung jetzt von allgemeinerem Interesse ist, dann ist die späte Stunde recht gut dazu geeignet, dass die entsprechende Meldung ungeprüft in den nächsten Stunden von einer und dann auch von anderen Presseagenturen aufgenommen und multipliziert wird. „Trinkwasser: vom Lauf einer Pressemitteilung“ weiterlesen

Medienbeobachtung mit Gänsefüßchen

Medienbeobachtung der besonderen Art wird von der IVW (http://www.ivw.eu) durchgeführt. Die IVW ist die “Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern”. Sie ist ein gemeinnütziger Verein und als solcher eingetragen im Berliner Vereinsregister. Während wir normalen Medienbeobachter (beinahe) den gesamten Inhalt einer Publikation “verarbeiten”, beschränkt sich die IVW auf – man verzeihe mir diese Verkürzung – “Äußerlichkeiten” und trifft Aussagen über Auflagenzahlen und Reichweiten sowie deren Entwicklung. 

So hieß es in der letzten Pressemitteilung dieser “Medienbeobachter” zum Beispiel, dass die Verkaufsauflage von Tageszeitungen des dritten Quartals im Vergleich zum Vorjahr um ganze 4,8 Prozent gesunken sei, eine Tendenz, die auch im Bereich der Publikumszeitschriften beobachtbar ist, obwohl in den letzten drei Monaten dank der besseren Einzelverkäufe ein leichtes Auflagen-Plus festgestellt werden konnte. Auch Fachpresse und Kundenzeitschriften, so die IVW, verzeichneten ein Minus, wenn auch mit 2 Prozent ein geringeres. Dass die Süddeutsche Zeitung ihre Samstagsausgabe vollständig überarbeitet hat und sie nun als Wochenendausgabe anbietet, liegt auch daran, dass die unter der Kategorie Wochenzeitung laufenden Publikationen, die einzigen Printmedien sind, die im Jahresvergleich einen steigenden Gesamtverkauf registriert haben. 

Die Auflagenzahlen des dritten Quartals, gegliedert nach Medientypen können als PDF hier eingesehen werden: http://daten.ivw.eu/download/pdf/IVW_Statistik_Auflagen_20143.pdf Hier finden sich auch die sehr interessanten Zahlen zur Entwicklung des ePapers.

Geburtsanzeigen

Bei der Auswertung von Zeitungen kann man vielerlei zusammentragen. Zum Beispiel Geburtsanzeigen. Man findet sie in aller Regel in der Rubrik “Anzeigen”, aber auch in “Lokales”, “Bekanntmachungen” oder “Sonderveröffentlichungen”. In beinahe poetischer Weise hat die in Niedersachsen erscheinende “Goslarsche Zeitung” ihre Geburtsanzeigen in der vergangenen Woche in der Rubrik “Antworten” veröffentlicht. Mitunter kommt es bei der Zuordnung von Geburtsanzeigen in die Rubrik einer Tageszeitung auch zu Notlösungen: wenn nirgendwo mehr Platz ist, dann können die besagten Bekanntmachungen auch schon mal unter “Fernsehen” veröffentlicht werden. Das war zum Beispiel der Fall bei den Oldenburger Nachrichten vom 10.Juni des vergangenen Jahres. Nun gut, wenn dann in anderen Rubriken kein Platz mehr ist, dann sollte man vielleicht besser eine neue Rubrik erfinden, statt, wie die Ibbenbührener Volkszeitung vom 25. August 2014, Geburtsanzeigen in der Rubrik “An- und Verkauf” zu platzieren. Auch wenn der Billerbecker Anzeiger vom 4. Juli 2014, die Northeimer Neuesten Nachrichten vom 12. April 2014 und die Gronauer Nachrichten vom selben Tag es – um nur einige zu nennen – genauso machen, ein bisschen sehr daneben ist es schon, oder?