Schreib-Maschinen

46 Studenten der schwedischen Universität Karlstad (Link) wurden zwei Texte vorgelegt, die sie unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien miteinander vergleichen sollten. Text A wurde als informativer und vertrauenswürdiger, gleichzeitig aber auch als langweiliger und weniger gut lesbar eingestuft. Anschaulichkeit, Klarheit und Präzision wurden bei beiden Texten fast gleich bewertet. Was die Studenten und Studentinnen nicht wußten: Text A war von einem Algorithmus unter Nutzung verschiedener Textbausteine geschrieben worden und Text B von einem Journalisten. Zu ähnlichen Ergebnisse kommen Hille van der Kaa (Link) und Emiel Krahmer (Link) in den Niederlanden und eine Forschergruppe um den Münchner Wissenschaftler Andreas Graefe (Link).
Viele faktenorientierte Berichte aus Sport und Wirtschaft werden heute von Computern erstellt. Wie viele genau ist nicht bekannt. „Schreib-Maschinen“ weiterlesen

Twitter: Armin Wolf

Armin Wolf, Moderator der Nachrichtensendung ZIB2 und Chef der ORF-Fernsehinformationen über mediale Geschwindigkeiten:“Ich schau relativ wenig fern. Mir persönlich ist Fernsehen zu langsam. Man kann ja nur in dem Tempo schauen, in dem gesendet wird. Ich kann aber viel schneller lesen. … Wenn es ums Konsumieren ging, würde ich Twitter bevorzugen.“

Hasskommentare

Ende Mai diesen Jahres hat ein Berliner Amtsgericht eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie bei Facebook einen Beitrag geteilt hat, der die scheinbar harmlose Frage „Wie finden Sie Flüchtlinge?“ stellte. Dass unter dieser Frage mehrere menschenverachtende Kommentare standen, wollte die Frau nicht zur Kenntnis genommen haben, erhielt aber nichts desto trotz nun, nachdem ihre Seite gesperrt und ihre Wohnung durchsucht wurde, wegen Verbreitung von Hasskommentaren einen klaren Rüffel.

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Narrative Science

Vor allem faktenorientierte Beiträge aus den Bereichen Sport und Wirtschaft werden heute oft nicht mehr von Journalisten geschrieben, sondern von Algorithmen unter Nutzung anspruchsvoll kombinierter Textbausteine generiert. Wie oft genau wir Texte lesen, als deren Autor nicht mehr Personen firmieren, ist nicht genau zu sagen. Das folgende Video von Microsoft gibt aber einen kleinen Eindruck davon, wie so ein Text entsteht.

Akzeptanzmarkt

Kapital- oder Finanzmärkte sind dazu da, unternehmerisches Handeln zu ermöglichen. Ohne Zustimmung der Menschen zu den unternehmerischen Produkten, Dienstleistungen und/oder Produktionsweisen helfen die günstigsten Konditionen auf dem Kapitalmarkt nur wenig. Man kann daher auch von einem Akzeptanzmarkt sprechen, der für die Wertsicherung eines Unternehmens nicht unerheblich ist. Unternehmenskommunikation hat also mindestens eine doppelte Funktion. Sie muss Erwartungen und Ansprüche von Finanzmarktakteuren (Investor Relationsship: Aktionäre, Analysten) ebenso berücksichtigen wie Erwartungen und Ansprüche der öffentlicher Multiplikatoren (Pressearbeit, PR, Lobbying: Medien, Politik).

Was ist eigentlich: ein Mediabarter

Nein, kein Schreibfehler. Nicht Berater, sondern Barter: Mediabarter.
Diese Berufsbezeichnung hat sprachlich einen angelsächsischen Ursprung („bartering“) und erlebte ökonomisch in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine Hochphase.

Viele nordamerikanische Unternehmen, die während des Kriegs für das Militär produzierten, mussten ihre Produktion auf zivile Güter umstellen. Dabei entstannt ein ungeheurer Kapitaldruck in dem Sinn, dass Produkte nicht mehr nur überflüssig waren, also nicht mehr verkauft werden konnten, sondern zusätzlich auch Kosten z.B. durch Lagerung verursachten. Das Geld, mit dem die Unternehmer auf ihre neuen Produkte hätten aufmerksam machen können, war dadurch gebunden.

Beim Bartering oder Barter-Clearing sucht man diese Engpässe bargeldlos mit so genannten Handelsgutschriften (credits) zu verrechnen. Diese Geschäfte werden im Gegensatz zum traditionellen Tausch nicht bilateral, sondern innerhalb eines Pools von Unternehmen abgewickelt. Nimmt der Kunde A dem Unternehmen B eine bestimmte Menge eines Produktes ab, so bezahlt der Kunde A nicht mit Geld, sondern mit „credits“; und mit diesen „credits“ kann das Unternehmen B, sofern ein entsprechendes Medienunternehmen im Pool vorhanden ist, nun bargeldlos bei diesem Medienunternehmen Werbe-Flächen und -Zeiten „tauschen“, um die Vermarktung seiner neuer Produkte anzuschieben, ohne dabei die geldlichen Mittel zu belasten.

Neben dem multilateralen Batering finder man auch Tauschmodelle, die, wie ein Insider es ausdrückt „aus Gründen der Transparenz“ bilateralen Charakter haben und im Bereich der Medien Waren direkt gegen Werbung tauschen.

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Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR

In einem Interview mit der in Berlin erscheinenden taz-die tageszeitung sagt Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, dass oft die Marketingabteilungen in den Unternehmen sich den Social-Media-Quellen annähmen und deren Inhalte bestimmen. Dadurch, so Frühbrodt, wirkten diese Inhalte „häufig sehr emotional“ und zu unjournalistisch. „Medienkompetenz zwischen Journalismus und PR“ weiterlesen

Reichweitenanalyse


Das „Gesetz des inversen Abstandsquadrates“ spielt bei der Reichweitenanalyse, die ein Medienbeobachter wie wir einer sind, nur dann eine Rolle, wenn man die Möglichkeit extraterrestischen TV- und Hörfunkempfangs untersuchen möchte und wissen will wer, wann und wo Sendungen terrestrischen Ursprungs empfängt. Bei dieser Art der Reichweitenanalyse spielt der Umstand eine grundlegende Rolle, dass entsprechende Signale nicht gezielt von einem Punkt zu einem anderen linear übertragen werden, sondern sich, wie es bei traditionellen TV- und Radiosendern üblich ist, nach allen Seiten also kugelförmig ausbreiten. „Reichweitenanalyse“ weiterlesen

Was ist eigentlich: Influencer Marketing


Beim Influencer-Marketing nutzen Unternehmen die Reputation von reichweitenstarken Meinungsmachern, um Kommunikations- und Markenziele zu erreichen. In der Regel zielt Influencer-Marketing auf Abverkauf, Bekanntheit oder eine Verbesserung des Images einer Marke ab. Influencer machen eine Marke oder ein Produkt zum Gesprächsgegenstand, empfehlen dies ihrer Zielgruppe weiter und kreieren passende Inhalte zu den präsentierten Marken. (siehe auch wikipedia). In einem Artikel der Internet World Business heißt es Mitte 2015, dass von den 15,9 Millionen Online-Nutzern in den „Sozialen Medien“, die regelmäßig Produkte bewerten, 30 Prozent Influencer seien und somit „einen Einfluss auf andere Nutzer ausüben“. Dabei seien drei Typen von Influencern zu unterscheiden: Brand-Lovers (27%), die gerne anderen Nutzern helfen und ihr Unternehmen unterstützen; Brand-Critics (24%), die durch ihre Äußerungen bestimmte Reaktionen erzeugen. Als Mavens (23%) wird die Gruppe mit dem vermeintlich größten Einfluss bezeichnet, da ihre Kritik verknüpft ist mit einer positiven Grundeinstellung zu ihrer Marke. (siehe auch Alain Veuve)